Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.09.2019


Bezirk Schwaz

Gemeinde Buch bekommt neue Trinkwasserversorung

Der Bucher Gemeinderat hat diese Woche beschlossen, die Strabag als Bestbieter um rund 1,3 Mio. Euro mit der Erneuerung des Trinkwassersystems inklusive Verbundleitung nach Jenbach zu beauftragen.

Das Bucher Wasser kann man  wieder trinken. Mit 30. August konnte auch die Desinfektion beim Tiefbrunnen beendet werden. Dennoch hat die Gemeinde viel zu wenig Trink- und Löschwasser und keine Notwasserversorgung. Die Verbundleitung soll das ändern.

© DählingDas Bucher Wasser kann man wieder trinken. Mit 30. August konnte auch die Desinfektion beim Tiefbrunnen beendet werden. Dennoch hat die Gemeinde viel zu wenig Trink- und Löschwasser und keine Notwasserversorgung. Die Verbundleitung soll das ändern.



Von Angela Dähling

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Buch i. T. – Seit Jahren passt weder die Qualität noch die Quantität beim Bucher Trinkwasser. Das soll sich bekanntlich durch eine Verbundleitung mit der Gemeinde Jenbach ändern. Nach deren wasserrechtlicher Bewilligung am 17. Juli haben die Gemeinderäte von Buch am Montagabend (mit einer Enthaltung) beschlossen, der Strabag als Bestbieter den Auftrag zur Errichtung zu geben. „Ihr Angebot ist um 150.000 Euro günstiger als das nächstgereihte“, informierte Bürgermeisterin Marion Wex. Rund 1,3 Millionen Euro fließen in den Bau der Leitungsverbindung mit Jenbach, eine Pumpstation und den Austausch und Neubau von Leitungen im Ausmaß von rund 1,2 km Länge. Rund 121.000 Euro erhält zudem die Firma Schubert für das Kontroll- und Überwachungssystem der Trinkwasserversorgung.

Die Diplom-Ingenieurin Anita Lendl von der Schwazer Firma AEP informierte die Mandatare und die Zuhörer im Detail über das gesamte Bauvorhaben. Der Hochwasserbehälter in St. Margareten mit 300 m³ Speichervolumen werde mit möglichst geringem Aufwand an die Verbundleitung angebunden. Die Leitung verläuft u. a. durch die Raffausiedlung, bei der Kreuzung nach Jenbach entsteht eine Drucksteigerungsanlage. „15 Liter pro Sekunde werden von Jenbach maximal zur Verfügung gestellt, aber nur fünf davon gelangen durch Eigendruck in den Hochwasserbehälter“, erklärt sie deren Notwendigkeit. Der Hochbehälter Maurach hat eine Speicherkapazität von 100 m³ und muss auf 400 m³ erweitert werden.

Das Tiefbrunnenwasser beim Bauhof, das einen zu hohen, stetig steigenden Antimonwert aufweist und ständig mit Quellwasser gemischt werden muss, ist derzeit die einzige Wasserversorung in Buch. Es steht künftig komplett für die Löschwasserversorgung zur Verfügung. Im unwahrscheinlichen Fall, dass Jenbach von seinem Recht Gebrauch macht, im Notfall bis zu einen Monat den Regelschieber nach Buch zuzudrehen, würde der Brunnen (der täglich durchgespült werde) als Notwasserversorgung dienen.

BM Wex wird die Bucher nächste Woche per Postwurf über die Wassersituation im Ort informieren. Demnach ist das Wasser sehr hart (16–21° dH). Von elf erschlossenen Quellen dürfen fünf nicht als Trinkwasser verwendet werden – u. a. wegen zu hoher Belastung mit den Halbmetallen Antimon und Arsen. Die restlichen sechs Quellen würden im Winter ca. 0,7 l/s, im Sommer zusammen höchstens ca. 9,2 l/s liefern. Davon sind zwei Quellen im Besitz der Gemeinde Gallzein. Für deren Nutzung muss die Gemeinde Buch zahlen. Wex: „Und wir haben bis zu 70 Jahre alte, teils marode Wasserleitungen, weshalb ein enormer Wasserverlust von bis 600 m³ Wasser pro Tag zu verzeichnen ist.“ Alte Leitungen werden erneuert. Mangels Notwasserversorgung und nicht ausreichender Löschwasserversorgung sei eine Bebauung der Gemeindegründe und Genehmigung größerer Wohnanlagen derzeit nicht möglich.