Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.09.2019


Innsbruck-Land

Knappe Mehrheit für Kindergartenbau in Fulpmes



Emotional und lange war die Diskussion am Dienstagabend im Fulpmer Gemeinderat rund um den Neubau des Kindergartens auf dem Areal hinter der Neuen Mittelschule. Wie berichtete, stellte sich bei der Baustellenvorbereitung heraus, dass der Hang beim Grundstück instabiler ist als erwartet. Gemeindevorstand Gottfried Kapferer wollte deshalb die Notbremse ziehen und eine Machbarkeitsstudie samt Kostenschätzung für ein alternatives Projekt am bestehenden Kindergartenareal in Auftrag geben. Ein entsprechender Antrag fand schließlich mit 8 zu 9 Stimmen aber keine Mehrheit.

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Erleichtert darüber zeigt sich GR Fabian Muigg, federführend bei der Projektentwicklung. Vor allem, weil es ihm zufolge gelungen ist, die Mehrkosten durch die aufwändigere Sanierung auszugleichen. Mehr noch: Der Neubau soll mit rund 6 Millionen sogar unter den ursprünglich veranschlagten 6,4 Mio. liegen. „Wir haben das Gebäude so verschoben, dass wir noch Geld herausholen konnten. Leichte Verluste gibt es lediglich in der Kubatur, nicht in der Qualität", verspricht Muigg. Zudem betont er, dass die Förderquote für den Neubau bei 45 Prozent liegt, die Gemeinde selbst also „nur" etwas über 3 Millionen berappen muss. „Würden wir den alten Kindergarten sanieren, würde uns das als Gemeinde sogar mehr kosten. Wir bräuchten nämlich ein Containerdorf als Ausweichquartier, dafür gibt es aber keine Förderungen." Der Neubau sei davon abgesehen ein zukunftsträchtiges Projekt, der Altbestand habe seine Grenzen. „Wenn wir das alte Gebäude sanieren, führen wir in spätestens 15 Jahren wieder diese Diskussion", erklärt Muigg.

Anders sieht das Gottfried Kapferer. „Mir wird schwindlig, wie bei diesem Bau mit Zahlen jongliert wird." Indem die Machbarkeitsstudie keine Mehrheit fand, sei die Möglichkeit, Kosten zu sparen, abgewürgt worden. „Jedes Mitglied des Gemeinderats ist verpflichtet, seine Entscheidungen mit den Grundsätzen Gesetzmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit in Einklang zu bringen", betont Kapferer. Das sei am Dienstagabend nicht erfolgt. Er wird gegen den Beschluss des Gemeinderats deshalb Einspruch erheben. (dd)