Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.09.2019


Bezirk Imst

Hü und hott bei den Nassereither Großprojekten

Der Gemeinderat nahm die Fortführung der Arbeiten am Recyclinghof von der Tagesordnung, dafür gibt es Druck bei der Hallenbad-Verwertung.

Fast 900.000 Euro hatte die Gemeinde eigentlich für die letzten Arbeiten – die Überdachung – am Recyclinghof vorgesehen. Die Gemeinderäte fühlten sich am Dienstagabend aber über die Posten nicht informiert.

© PaschingerFast 900.000 Euro hatte die Gemeinde eigentlich für die letzten Arbeiten – die Überdachung – am Recyclinghof vorgesehen. Die Gemeinderäte fühlten sich am Dienstagabend aber über die Posten nicht informiert.



Von Alexander Paschinger

Nassereith – In der Fernpassgemeinde scheinen sich plötzlich finanzielle Engpässe aufzutun. Dieser Eindruck wurde jedenfalls vor zahlreichen Zuschauern im Nassereither Gemeinderat erweckt. Denn die Abschlussarbeiten für den Recyclinghof wurden von der Tagesordnung genommen. Und was die Zukunft des ehemaligen Tschirgantbades betrifft, wurde Bürgermeister Herbert Kröll seitens des Gemeindeparlamentes ein Ultimatum für die Nachnutzung bis Ende des Jahres gesetzt. Alles in allem bliesen die oppositionellen Listen erneut zum Angriff gegen den Dorfchef: Wieder ging es um aus ihrer Sicht fehlende Informationen seitens des Bürgermeisters.

Begonnen hatte der recht turbulente Sitzungsabend mit der Frage nach einem neuen Gemeindetraktor. Der alte war bei einem Unfall stark beschädigt, der Gemeindevorarbeiter glücklicherweise kaum verletzt worden. Dass es wieder kein Tiroler Traktor werden, sondern vielmehr den Wünschen der Gemeindemitarbeiter entsprochen werden sollte, regte etwa GR Hannes Fitsch auf. Vor allem, weil bei dem knapp 100.000-Euro-Fahrzeug doch auch eine Bedarfsmittelzuweisung erwartet wird. Weil keine anderen Angebote bis zum Sitzungsabend eingelangt waren, wurde der Punkt noch einmal von der Tagesordnung genommen.

Nicht anders erging es der Vergabe der Baumeisterarbeiten für den Recyclinghof. Kröll las dem Gremium die einzelnen Angebote und Schätzungen vor – allein der Mehrheit des Gemeinderates waren diese kurzfristigen Infos zu wenig. Weil: Die größeren Gewerke beim Bauhof seien alle teurer geworden. Dass Krölls Auflistung gut 100.000 Euro unter dem vor zwei Monaten auferlegten Kostenrahmen von 877.000 Euro blieb, änderte nichts daran: Angedacht wurde von GR Hubert Malleier sogar eine einjährige Nachdenkpause.

Die Nachnutzung des ehemaligen Hallenbades in Nassereith ist ein Dauerbrenner. Gut 6000 m² mitten im Ort harren der Verwertung.
Die Nachnutzung des ehemaligen Hallenbades in Nassereith ist ein Dauerbrenner. Gut 6000 m² mitten im Ort harren der Verwertung.
- Paschinger

Dafür wollte GV Martin Sterzinger von BM Kröll einen Fahrplan für die Nachnutzung des ehemaligen Hallenbades haben. Kröll erklärte, dass er derzeit in Verhandlung mit der Kinder-Hospiz stehe: Ein „Sterntalerhof“ solle auf den 6000 m² kommen. Während die Opposition anregte, bald eine Verwertung mit Bauplätzen anzugehen, bat sich BM Kröll noch eine Frist aus: Bis Ende des Jahres braucht er nun eine Zusage. „In Umhausen brauchte das Kurhotel zehn Jahre Vorlaufzeit. Wir sind erst zwei Jahre dran“, meinte Kröll.




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