Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.09.2019


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Kufsteiner Mieten sorgen für Verzweiflung: „Sollen wir uns Schlafsäcke kaufen?“

Die Mietkosten wachsen einem Kufsteiner Paar über den Kopf. Doch eine Ersatzwohnung ist nicht zu finden. 600 Wohnungssuchenden stehen 100 Vergaben durch den Gemeinderat im Jahr gegenüber.

Der Weg zu einem Mietvertrag wird für immer mehr Menschen unerschwinglich.

© iStockphotoDer Weg zu einem Mietvertrag wird für immer mehr Menschen unerschwinglich.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Das Schicksal meinte es nicht gut mit Herbert Bunda. Der 68-jährige Koch aus Deutschland musste wegen eines Bandscheibenvorfalls die Töpfe wegräumen, seine Ehefrau – eine gebürtige Tschechin, ebenfalls im Tourismus tätig – ist schwer hörbehindert und musste auch ihren Job kündigen. Also: Rien ne va plus – nichts geht mehr jobmäßig aus Gesundheitsgründen für die beiden. Die Pensionen, die sie erhalten, sind minimal – daher beantragte und erhielt das Paar auch die Mindestsicherung von rund 1000 Euro pro Monat. Die reicht gerade aus, aber angesichts der Kosten für die Mietwohnung in Kufstein von knapp 800 Euro blieb nicht mehr viel zum Leben. In der Mindestsicherung werden zudem nur 600 Euro für die Wohnung übernommen, 200 Euro musste das Paar selbst drauflegen.

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