Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.09.2019


Osttirol

„Süd Alpen Raum“: Mit den Nachbarn in einer Region am Puls der Zeit

Das Städtenetzwerk „Süd Alpen Raum“ will den Bürgern tatsächlichen Nutzen bringen, nicht Lippenbekenntnisse machen.

Die Bürgermeister Siegfried Ronacher (Hermagor), Elisabeth Blanik, Gerhard Pirih (Spittal an der Drau) und Roland Griesmair (Bruneck) haben das Vertragswerk auf Schloss Bruck unterzeichnet (sitzend, v.l).

© Christoph BlassnigDie Bürgermeister Siegfried Ronacher (Hermagor), Elisabeth Blanik, Gerhard Pirih (Spittal an der Drau) und Roland Griesmair (Bruneck) haben das Vertragswerk auf Schloss Bruck unterzeichnet (sitzend, v.l).



Von Christoph Blassnig

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Lienz – Mit den Nachbar-Bezirkshauptstädten Bruneck, Hermagor-Pressegger See und Spittal an der Drau bildet Lienz künftig den „Süd Alpen Raum, Southern Alpine Cities“. Nach politischen Verhandlungsrunden der Bürgermeister im Vorjahr einerseits und auf Beamtenebene ander­erseits haben die vier Städte sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Eine Charta, also ein Regelwerk, wie diese Weiterentwicklung stattfinden soll, haben die Verantwortlichen auf Schloss Bruck unterzeichnet – die Tiroler Tageszeitung berichtete.

„Städtepartnerschaften gibt es viele, Netzwerke dagegen kaum in Österreich“, betont Oskar Januschke vom Stadtmarketing Lienz die Besonderheit der Übereinkunft. Die vier Bezirksstädte des „Süd Alpen Raumes“ seien gleichwertige, einander ergänzende Netzwerkpartner mit dem Ziel der Standortfestigung und -entwicklung. Als Träger zentraler Infrastrukturen sollen sie ihr jeweiliges Knowhow und Ressourcen bündeln und künftig für den gesamten Regionsraum einsetzen.

Das Logo für den „Süd Alpen Raum“ wird häufiger zu sehen sein.
Das Logo für den „Süd Alpen Raum“ wird häufiger zu sehen sein.
- Städtenetzwerk Süd Alpen Raum

„Wir werden uns neu positionieren und planen einen gemeinsamen Außenauftritt“, erläutert Januschke. Noch im Aufbau befindet sich ein Internetportal, dessen Adresse unter www.suedalpenraum.at bereits registriert ist. Ganz konkret ließen sich Kooperationen im Bereich der Kultur, beim Umwelt-, Zivil- und Katastrophenschutz eingehen bzw. ausbauen. Der Brunecker Bürgermeister Roland Griesmair erklärte im Rahmen der Unterzeichnung, dass es sich nicht um Lippenbekenntnisse von Politikern, deren Amtsperioden begrenzt sind, handle, sondern auf der Ebene der Verwaltungen neue Handlungsfelder heranwachsen würden. Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik zog einen historischen Vergleich: „Graf Leonhard von Görz hat vor 500 Jahren von Schloss Bruck aus ein ähnlich großes Gebiet verwaltet – unter dem Einsatz von Pferden. Heute nutzen wir das Internet mit all seinen Möglichkeiten.“

Die absehbare digitale Revolution werde unser aller Leben entscheidend verändern, meinte Januschke. Während man derzeit zum Teil erst im Aufbau von Internetverbindungen über Lichtwellenleiter (LWL) sei, arbeite man bereits an Konzepten, wie man diese Infrastruktur künftig noch nutzen werde könne. „Was bringen wir dann auf unsere Netze?“ Die Digitalisierung ermögliche völlig neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Unter anderem zu diesem Themenkomplex steuert die Forschungseinrichtung „Eurac Research Bozen“ Anregungen und Informationen bei.

Bei allen Vorhaben im Bereich der Standortentwicklung stehe die Lebensqualität an oberster Stelle. „Das Wichtigste sind die Menschen in der Region. Wir werden alles tun, damit sie nicht nur bleiben, sondern auch kommen“, blicken die Netzwerkpartner in die nahe Zukunft.

Die vier Städte mit ihrem Umland bilden eine Region.
Die vier Städte mit ihrem Umland bilden eine Region.
- Stadtmarketing Lienz/Januschke