Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.09.2019


Innsbruck

Alternative Listen wollen 4,01 Prozent

Bundes-Spitzenkandidat Ivo Hajnal kommt aus Innsbruck.

© DaumBundes-Spitzenkandidat Ivo Hajnal kommt aus Innsbruck.



Mesut Onay hat nach seiner Abspaltung von den Grünen für die Gemeinderatswahl 2018 die „Alternative Liste Innsbruck" (ALI) gegründet. „Und weil sich in der Stadtpolitik gezeigt hat, dass unser System funktioniert, arbeiten wir nun bundesweit", verkündet Onay. „Wir" — damit sind die Alternativen Listen, KPÖ Plus und „Linke : Unabhängige" gemeint, die gemeinsam für die Nationalratswahl am 29. September kandidieren. „Das System" — damit ist gemeint, dass jeder mitmachen kann ohne Mitgliedschaft. Besonders freut Onay, dass der Spitzenkandidat für die Bundesliste mit Ivo Hajnal ein ALI ist. „Das macht mich stolz", so Onay.

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Hajnal sieht Tirol innerhalb Österreichs als eine Art Labor. „Was für den Osten Zukunftsprobleme sind, ist bei uns Realität", erklärt Hajnal und spielt damit unter anderem auf die hohen Mietpreise und die Verkehrsproblematik an. Zentrales Thema für Hajnal ist neben dem Wohnen auch die Spaltung der Gesellschaft: „Irgendwann werden wir zum Disneyland für Touristen, und Einheimische können sich Tirol nicht mehr leisten", erklärt Hajnal. Als dritten Schwerpunkt wird die Umwelt genannt. „Wir wollen einen Wandel beim Klima. Aber einen sozialverträglichen Wandel."

Auf die Frage, wie Forderungen wie Gratis-Öffis und lohnsteuerfreie Mindestgehälter bis 1750 Euro finanziert werden sollen, erklärt Hajnal, dass die Lohnsteuerfreiheit „lediglich ein paar 100 Millionen kostet" und der öffentliche Verkehr schrittweise kostenfrei werden solle. In einem ersten Schritt beispielsweise entlang der Inntaltrasse. Und: „Die schwarze Null ist sowieso Blödsinn."

Das Wahlziel für das KPÖ-Bündnis liegt bei 4,01 Prozent, wie Hajnal sagt. Auf Platz zwei kandidiert in Tirol ALI-Gründungsmitglied Hany Plattner-Dvorak aus Schmirn, auf Platz drei Titus Reinstadler aus Innsbruck. (dd)




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