Letztes Update am Di, 10.09.2019 12:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gedenktag

Platter anlässlich Gedenktags: Rom soll Südtirol-Aktivisten begnadigen

Anlässlich des heutigen Gedenktags zur Teilung Tirols vor 100 Jahren fordert Landeshauptmann Platter die Begnadigung von drei Südtirol-Aktivisten.

Platter appelliert an Rom, die "Pusterer Buam" zu begnadigen.

© Vanessa Rachlé / TTPlatter appelliert an Rom, die "Pusterer Buam" zu begnadigen.



Innsbruck, Bozen – Nach dem Ersten Weltkrieg besiegelte der Friedensvertrag von Saint-Germain am 10. September 1919 die Zerreißung Tirols. Südtirol wurde von Italien annektiert. Es dauerte dann 73 Jahre, bis 1992 das Autonomie-Paket endlich erfüllt war. Dazwischen lagen Unterdrückung, Faschismus und der Aufstand der Südtiroler gegen die Italianisierung in den Bombennächten der 1960er-Jahre.

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Dutzende Aktivisten wurden damals in Abwesenheit zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Anlässlich der heutigen Gedenksitzung des Landtags „Zwischen Zerreißung und Hoffnung“ spricht sich LH Günther Platter (VP) für eine Begnadigung der drei noch lebenden „Pusterer Buam“ aus.

„Pusterer Buam“ droht in Südtirol Verhaftung

Heinrich Oberleitner, Sepp Forer und Siegfried Steger leben heute in Bayern bzw. Tirol, ihnen droht bei der Einreise nach Südtirol die Verhaftung. „Bei einer Begnadigung geht es um mehr als den Seelenfrieden dieser drei alten Männer. Es geht auch um eine Symbolik, dass man in Italien ein Zeichen der Versöhnung setzt“, sagt Platter. Erst kürzlich habe er dieses Anliegen wieder bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella deponiert. Bereits im Frühjahr gab es eine Initiative des Südtirol-Ausschusses im Parlament.

Trotz Überwindung der „Unrechtsgrenze“ mit der Europaregion Tirol betont Platter, dass aus Unrecht auch heute, 100 Jahre später, kein Recht werde. (pn, bfk)