Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.09.2019


Tirol

Herbe Verluste bei bäuerlichen Einkommen in Tirol

Der Einkommensbericht für das Vorjahr liegt druckfrisch auf dem Tisch. Die Einkommen rasselten noch einmal in den Keller. Um nicht weniger als 20 Prozent.

Tirols Bauern verzeichneten im Vorjahr um 20 Prozent weniger Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft.

© iStockTirols Bauern verzeichneten im Vorjahr um 20 Prozent weniger Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft.



Innsbruck — Tirols Landwirtschaftspolitiker müssen derzeit heftig schlucken: Denn der Einkommensbericht für das Vorjahr liegt druckfrisch auf dem Tisch. Dass Tirol aufgrund seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft und der 9600 Bergbauernbetriebe deutlich das Schlusslicht bei den Einkommen bildet, ist seit Jahren in Stein gemeißelt. Doch im Vorjahr rasselten die Einkommen noch einmal in den Keller. Um nicht weniger als 20 Prozent. Wobei es Vorarlberg wegen der massiven Trockenheit noch viel härter traf. Dort brachen die Erträge und in der Folge die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft um nicht weniger als 41 Prozent ein.

Schlussendlich betrugen die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft im Durchschnitt 16.445 Euro, 2017 waren sie mit 20.576 Euro um 4100 Euro höher. In Vorarlberg liegen sie trotz der Einbrüche noch immer bei 19.000 Euro, in Salzburg (-23 Prozent) bei 21.000 Euro. Zum Vergleich der österreichweite Durchschnitt: 28.035 Euro pro Betrieb. Von der Landwirtschaft lässt sich nur noch schwer leben, steigende Nebeneinkünfte können die Verluste aus dem Betrieb allerdings halbwegs kompensieren. So ist das verfügbare Haushaltseinkommen um lediglich 700 Euro auf 33.721 Euro gesunken.

Agrarreferent und ÖVP-Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler beurteilt die Situation nüchtern. „Die Trockenheit und die niedrigen Holzpreise wirken sich massiv aus, heuer können wir jedoch wieder mit Zuwächsen bei den Einkommen rechnen." Wegen der benachteiligten Gebiete könne man nicht mit den Flächen-Bundesländern mithalten, bei den Förderungen gab es ohnehin bereits Korrekturen zugunsten der Bergregionen. Nach wie vor entscheidend für Geisler sind die Produktpreise. „Hier geht es einerseits um die Einkommen und natürlich auch um den Wert der bäuerlichen Arbeit." Regionalität und Qualität müssten deshalb die Eckpfeiler für die Tiroler Landwirtschaft sein. „Da sind wir eigentlich sehr gut auf dem Weg." (pn)

Grüner Bericht

Bilanz. Der jährliche „Grüne Bericht" ist so etwas wie die Bibel der österreichischen Landwirtschaft. Er durchleuchtet die Produktion, Entwicklung und Einkommen der Land- und Forstwirtschaft in Österreich.

Einkommen. Nach zwei Jahren positiver Entwicklung sind die Agrar­einkommen 2018 empfindlich zurückgegangen. Die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft (Erträge minus Ausgaben) sanken demnach um zehn Prozent auf durchschnittlich 28.035 Euro pro Betrieb.

Bundesländervergleich/Durchschnitt pro Betrieb: Burgenland 36.072 €, Oberösterreich 34.202 €, Niederösterreich 30.060 €, Steiermark 25.351 €, Kärnten 23.268 €, Salzburg 20.917 €, Vorarlberg 19.016 € und Tirol 16.445 Euro.