Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.09.2019


Politik in Kürze

Bodenpolitik bleibt Zankapfel der Tiroler Politik

Mingler (Grüne) hält weiter an Interessentenmodell fest.

© Foto TT / Rudy De MoorMingler (Grüne) hält weiter an Interessentenmodell fest.



Das geplante Zweitwohnsitzverbot in Regionen mit mehr als 20 Prozent Zweitwohnsitzen und überdurchschnittlichen Grundpreisen sorgt für Reaktionen. Der Koalitionspartner der ÖVP, die Grünen, betont, dass Wohnen nur dann leistbar werde, wenn das Land an allen Stellschrauben drehe. Für Wohnsprecher LA Michael Mingler ist ein Zweitwohnsitzverbot zwar an sich keine schlechte Idee, aber jedenfalls kein Ersatz für das Interessentenmodell, das bei Immobilienverkäufen Interessenten mit einem ganzjährigen Wohnbedarf den Vorrang einräumt.

Verwundert ist SPÖ-Wohnbausprecherin Elisabeth Blanik. „Noch vor wenigen Monaten hat die gleiche ÖVP die Forderungen von Gemeindeverbandschef Ernst Schöpf und der SPÖ abgelehnt, eine echte Zweitwohnsitzabgabe nach Kärntner Vorbild einzuführen.“ Sie befürchtet nach der Freizeitwohnsitzabgabe bei einem Zweitwohnsitzverbot weitere bürokratische Belastungen für die Gemeinden.

FPÖ-Wohnbausprecherin Evelyn Achhorner ortet Planlosigkeit bei der Bau- und Bodenpolitik der Landesregierung. „Einmal heißt es Interessentenmodell, nun soll es eine Zweitwohnsitzbeschränkung geben. Hier versucht man, mit Regelungen und Verboten auf den Immobilienmarkt einzugreifen.“ Markus Sint (Liste Fritz) fragt sich, ob die ÖVP noch ihren eigenen Ankündigungen glaubt.

Die Einkommenssituation für die Tiroler Bauern, die im Vorjahr ein Minus von 20 Prozent verzeichnet haben, bezeichnet Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger als große Herausforderung. „Die ohnehin durch die kleinen Produktionseinheiten höheren Kosten erhöhen sich durch den Klimawandel weiter.“ Extreme Trockenheit, gestiegene Aufwendungen in der Tierhaltung sowie der niedrige Holzpreis und eine fehlende positive Marktentwicklung würden sich negativ auswirken. Hechenberger spricht sich für eine Absicherung durch öffentliche Gelder aus. (pn)

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