Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 15.09.2019


Tirol

Mehr Messer-Attacken: Bilanz verunsichert, scharfe Reaktionen

Heftige Reaktionen nach TT-Bericht über explodierende Zahl von Attacken mit Stichwaffen. Sogar von Ausgangssperren für Asylwerber ist die Rede.

Rudi Federspiel fordert den verstärkten Einsatz von Cobra-Beamten im Streifendienst (im Bild bei einer Übung).

© Thomas Boehm / TTRudi Federspiel fordert den verstärkten Einsatz von Cobra-Beamten im Streifendienst (im Bild bei einer Übung).



Von Mario Zenhäusern

Innsbruck – Die Zahl der Straftaten mit Stichwaffen ist in den letzten Jahren österreichweit signifikant angestiegen – die Tiroler Tageszeitung berichtete in der Samstags-Ausgabe. In Tirol wird mittlerweile nahezu jeden zweiten Tag ein Messer gezückt, Tendenz weiter steigend.

Für den Innsbrucker Vizebürgermeister Franz X. Gruber (ÖVP) ist dieser Trend „besorgniserregend“. Er will rasch mit Prävention auf diese Gewaltverbrechen reagieren: „Die Bewusstseinsbildung durch Exekutive, Schulbehörden und NGOs, dass Messerstiche meist lebensgefährliche Verletzungen verursachen, muss bundesweit in einer breit angelegten Kampagne erfolgen.“ In Anbetracht der Tatsache, dass „großteils junge Männer Messertäter sind“, müsse auch ganz klar signalisiert werden, dass „in unserer Gesellschaft das Tragen von Messern nicht notwendig ist und kein Statussymbol sein darf“. Sobald die neue Bundesregierung im Amt sei, werde er einen weiteren Anlauf unternehmen, damit diese Präventionsmaßnahmen so rasch wie möglich umgesetzt werden.

Als „dramatisch“ bezeichnet FPÖ-Landesparteiobmann LA Markus Abwerzger die Steigerung bei Gewaltdelikten mit Stichwaffen. Seine Erklärung: „Wir haben importierte Gewalt aus islamischen Ländern, nun wurde es publik, was lange verschwiegen wurde.“ Er ortet sogar eine langfristige Strategie der Exekutive, um die Bürger nicht zu beunruhigen. „Was nicht aufgegangen ist, denn die zahlreichen Vorfälle beweisen das Versagen von Integrationsmaßnahmen und der linken Integrationspolitik.“

Innsbrucks FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel geht einen Schritt weiter. Er forderte gestern die Einsetzung einer Sonderkommission gegen islamistische Gewalt: „Es ist bereits fünf nach zwölf, man kann nicht länger zuwarten“, erklärte der „Law and Order“-Politiker. Außerdem sprach er sich erneut für eine sofortige nächtliche Ausgangssperre für männliche Asylwerber in der Tiroler Landeshauptstadt aus. Wo es zu massiven gewalttätigen Übergriffen komme, sei die einzige Möglichkeit der Gegenwehr ein Ausgehverbot: „Entweder die Menschen halten sich an unsere Spielregeln, oder sie verlassen sofort unser Land bzw. bleiben zu Hause.“

Bezüglich der prekären Sicherheitssituation erinnert Federspiel an die Forderungen nach mehr Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit: „Die Sondereinsatzeinheit Cobra muss in den Nachtstunden eingesetzt, die Streifendienste intensiviert werden.“ Dies vor allem deshalb, weil „der Unmut in der Bevölkerung ständig wächst. Daher braucht es gezielte und effektive Gegenmaßnahmen.“