Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.09.2019


Reutte

VP stellt Antrag, Bevölkerung zu Stadterhebung zu befragen

Gemeindevorstand berät über Einbindung der Bürger. Kaiserin Maria Theresia bot der Marktgemeinde schon 1741 die Stadterhebung an.

Der ganze Stolz der Feuerwehr Reutte – das neue, 420.000 Euro teure Tanklöschfahrzeug. Kommandant Alexander Ammann erläutert den Mandataren nach der Gemeinderatssitzung, in der die Stadterhebung thematisiert worden war, die Vorzüge des Feuerwehrautos.

© Mittermayr HelmutDer ganze Stolz der Feuerwehr Reutte – das neue, 420.000 Euro teure Tanklöschfahrzeug. Kommandant Alexander Ammann erläutert den Mandataren nach der Gemeinderatssitzung, in der die Stadterhebung thematisiert worden war, die Vorzüge des Feuerwehrautos.



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Die Diskussion über eine mögliche Stadterhebung Reuttes nimmt ungeahnten Schwung auf. Nachdem Bürgermeister Alois Oberer schon in den letzten Wochen das Thema mehrmals „gestreift“ hatte und nichts gegen eine Stadterhebung einzuwenden hätte, ohne allerdings zeitlichen Druck zu verspüren, hat die VP-Fraktion nicht nur im TT-Interview eine Volksbefragung dazu gefordert, sondern Donnerstagabend überraschend auch gleich noch einen gleichlautenden Antrag im Gemeinderat eingebracht.

VP-Vizebürgermeister Klaus Schimana möchte, nachdem das Thema nun einmal auf dem Tisch sei, dass die Bevölkerung darüber entscheidet. Zuvor sollten die Reuttener und Reuttene­rinnen zu Beweggründen, allfälligen Änderungen oder auch Nicht­änderungen durch die Maßnahme informiert werden. Schimana erklärt weiter, dass in seiner sechsköpfigen Fraktion unterschiedliche Meinungen vorherrschen würden. Seine Gruppe plädiere also keineswegs für die Stadterhebung, aber auch nicht dagegen. Das Volk sei am Zug.

Bürgermeister Alois Oberer, vom Antrag überrascht, wies ihn dem Gemeindevorstand zur Behandlung zu. „Pressieren tuat’s ja nicht“, erklärte der Marktchef lachend. Überhaupt war ein lockerer Spruch in dieser Causa allgegenwärtig. Als Motor für die Stadterhebung wurde Historiker Richard Lipp ausgemacht. Der derzeitige Marktarchivar wünsche sich schon lange ein Upgrade zum Stadtarchivar, hieß es. Nach Oberers Bremse, dass dies schön wäre, aber nicht eile, feixte GR Ernst Hornstein: „Der Lipp sollt’s halt no derleben!“ Oberers Replik: „Wenn du zustimmst, wär’s schon leichter.“

Richard Lipp tags darauf zur Tiroler Tageszeitung: „Das ist eine reine Imagefrage. Wollen wir dynamisch sein oder beschaulich und gemächlich?“ Für ihn kommt nur die Stadt infrage: „Schon 1741 hat Kaiserin Maria Theresia Reutte die Stadterhebung angeboten. Ich denke, die Zeit ist nun mehr als reif dafür.“

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