Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 16.09.2019


Innsbruck

Keine Yogaecke, trotzdem viele Diskussionen um die Pradler Straße

In Pradl liegt doch keine Yogamatte auf der Straße, dafür aber einige Aufregung in der Luft. Das neu geschaffene „Parklet“ wird weiter kontrovers diskutiert.

Aus zwei Parkplätzen in der Pradler Straße wurde eine hölzerne Terrasse. Dieses so genannte „Parklet“ sorgt für viel Diskussionsstoff.

© MajerusAus zwei Parkplätzen in der Pradler Straße wurde eine hölzerne Terrasse. Dieses so genannte „Parklet“ sorgt für viel Diskussionsstoff.



Von Jara Majerus

Innsbruck – Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, doch die kleinen Holzstühle in der Pradler Straße in Innsbruck bleiben leer. Weit und breit niemand, der an diesem Vormittag auf den Holzbänken verweilen will.

Zwei Parkplätze wurden durch die Möbel zu einem so genannten „Parklet“ umfunktioniert. Die Maßnahme zählt, wie berichtet, zu den Versuchen der Stadt Innsbruck, die Pradler Straße – nach Stilllegung der dortigen Straßenbahnschienen – attraktiver zu gestalten. Die Pläne stießen in der Opposition, aber auch in Teilen der Stadtkoalition auf Kritik. Zwar wurde eine ebenfalls angekündigte Yoga­ecke bislang nicht gebaut, doch auch die jetzt gewählte Ausführung sorgt durchaus für Kontroversen.

Beim vormittäglichen Lokalaugenschein zeigten sich einige Anrainer entrüstet über die hölzernen Möbel und den kleinen Blumenkasten, die anstelle der Autos auf den blau umrandeten Parkflächen stehen: Es gebe ohnehin zu wenig Parkplätze. Die Anrainer müssten sowieso schon Runden um die Häuser drehen, um welche zu finden – und eine Neugestaltung der Pradler Straße sei ohnehin überflüssig. Was mit „Parklet“ gemeint ist, verstanden nur die wenigsten.

Doch es gibt auch andere Stimmen, wie sich am Nachmittag zeigte: „Ich verstehe die Aufregung nicht. Es sind ja nur zwei Parkplätze, die wegfallen, und ich finde, dass das eine nette Idee ist“, meint Gabriela, die in einem Frisörsalon in der Nähe des Parklets arbeitet. Ihre Kollegin Magdalena stimmt ihr zu. Die beiden sehen das Parklet als Chance: „Da könnte man nach seinem Frisörtermin noch gemütlich was trinken. Wenn da jetzt noch Kaffee oder vielleicht ein Aperol angeboten würde, wär’ das perfekt.“

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Bernhard, der gleich über den hölzernen Möbeln wohnt, findet die Aufregung mancher Anrainer „fast schon lustig. Alle beschweren sich – und dabei geht es hier nur um zwei Parkplätze.“ Für ihn bietet das hölzerne Parklet eine willkommene Abwechslung zum grauen Asphalt.

Mittlerweile herrschen sommerliche Temperaturen, am Himmel ist kein Wölkchen zu sehen, die Sonne strahlt weiter – und die kleinen Holzstühle in der Pradler Straße bleiben nach wie vor leer.




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