Letztes Update am Mo, 16.09.2019 13:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Fahrverbote in Tirol: Seit Beginn 27.000 Lenker zurückgewiesen

LH Günther Platter und LHStv. Ingrid Felipe ziehen eine positive Bilanz nach drei Monaten Fahrverboten. Auch im Winter sollen Autobahnabfahrten in Tirol an neuralgischen Punkten für den Durchreiseverkehr gesperrt werden.

Mit den Fahrverboten sollte dem Ausweichverkehr über die Dörfer ein Riegel vorgeschoben werden.

© Thomas BöhmMit den Fahrverboten sollte dem Ausweichverkehr über die Dörfer ein Riegel vorgeschoben werden.



Innsbruck – Seit drei Monaten gelten die Fahrverbote am Wochenende im niederrangingen Straßennetz in Tirol – und die Landesregierung ist mit der Bilanz eindeutig zufrieden. Seit die Verbote im Juni eingeführt wurden, haben rund 27.000 Fahrzeuglenker mit einem Ziel außerhalb Tirols versucht, dem Stau auf der Autobahn durch Abfahren auszuweichen – sie alle wurden von der Polizei wieder auf die Autobahn zurückgewiesen.

„Dass wir die Fahrverbote eingeführt haben, war die absolut richtige Entscheidung. Denn damit ist es gelungen, trotz Hauptreisezeit die Verkehrs- und Versorgungssicherheit in den betroffenen Gemeinden weitestgehend aufrecht zu erhalten. Ohne die Fahrverbote wäre es jedenfalls vielerorts zu massiven Überlastungen gekommen“, zeigt sich Landeshauptmann Günther Platter überzeugt von der Entscheidung für die Einführung der Verbote.

Mehr Zurückweisungen an Samstagen

Während die Einsatzkräfte bei der Einführung noch alle Hände voll zu tun hatten, haben sich die Fahrverbote bis Ende September bei den meisten Autofahrern durchgesprochen. „Die Kommunikation hat funktioniert, die Verkehrsteilnehmenden haben sich informiert und mit überwiegender Mehrheit Verständnis für die Maßnahme gezeigt“, resümiert Verkehrslandesrätin LHSt. Ingrid Felipe und verweist auf die im Verhältnis geringe Zahl an Organstrafverfügungen. Zudem betont sie: „Es geht schlicht und einfach darum, dass Durchreisende bei Stausituationen nicht über die umliegenden Ortschaften ausweichen und es dort in weiterer Folge ebenfalls zu massiven Staubildungen kommt. Da gewinnt niemand – weder die Ausweichenden, die statt auf der Autobahn in der Ortschaft im Stau stehen und schon gar nicht die Bevölkerung vor Ort, die durch den Ausweichverkehr massive Belastungen erfährt.“

Wie die statistischen Daten des Landes und der Polizei übereinstimmend zeigen, kam es an Samstagen als Hauptanreisetag zu mehr Zurückweisungen als an Sonntagen. Auffallend außerdem: Rund um Kufstein bzw. Ebbs/Niederndorf gab es insgesamt weniger Stau, was sich positiv auf den Ausweichverkehr auswirkte.

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Winterfahrverbote sind fix

Dass es auch im Winter an neuralgischen Punkten Fahrverbote geben wird, steht bereits fest. Wann und wo genau diese gelten werden, ist derzeit Gegenstand von Analysen. Für Platter sind sie jedenfalls unumgänglich: „Auch wenn die Voraussetzungen solcher Fahrverbote im Winter andere als im Sommer sind, führt kein Weg vorbei. Gerade im Winter sind aufgrund von Witterung und anderen Vorkommnissen gepaart mit einem hohen Verkehrsaufkommen erneut Engpässe und Staus im niederrangigen Straßennetz zu erwarten. Uns geht es darum, für Einheimische und Gäste gleichermaßen die Verkehrs- und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“

Die Landeshauptleute sprachen abschließend der Polizei und den Straßenaufsichtsorganen ihren Dank für die enge und reibungslose Zusammenarbeit aus und zeigten sich überzeugt davon, dass sowohl Einheimische als auch Touristen von der Regelung profitieren. (TT.com)

Zahlen, Daten und Fakten zu den Fahrverboten

Die Fahrverbote waren im Großraum Innsbruck seit 20. Juni 2019 in Kraft, eine Woche später folgten die Bezirke Reutte und Kufstein. Mit 15. September 2019 sind die Fahrverbote, die regulär von Samstag 7 Uhr bis Sonntag 19 Uhr bzw. an langen Wochenenden (mit Feiertag am Donnerstag) bereits am Mittwoch ab 7 Uhr galten, in allen Bezirken beendet.

• Fahrverbote an 16 Teilstrecken, fünf Ampelanlagen in Kufstein.

• Insgesamt zehn Straßenaufsichtsorgane waren mit Ende Juli pro Wochenende zur Unterstützung der Polizei (wie auch zur Überwachung der Tankstellen-Fahrverbote) im Einsatz.

• 150 Organstrafverfügungen wurden aufgrund einer Missachtung der Fahrverbote verhängt.

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ndgültige Zahlen aus den Bezirken:

• Bezirk Innsbruck-Land/Stadt: circa 8.000 Fahrzeuge wurden zurückgewiesen

• Bezirk Kufstein: circa 2.600 Fahrzeuge wurden zurückgewiesen

• Bezirk Reutte: circa 16.400 Fahrzeuge wurden zurückgewiesen (circa 1.500 Fahrzeuge pro Wochenende)