Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.09.2019


Bezirk Imst

Auf der Suche nach dem Wasser in Stams

Auf der Suche nach einem Tiefbrunnen in Stams wurden die Experten südlich des Fußballplatzes fündig.

Südlich des Stamser Fußballplatzes könnte ein Tiefbrunnen für die Wasserversorgung in Betracht gezogen werden.

© DornSüdlich des Stamser Fußballplatzes könnte ein Tiefbrunnen für die Wasserversorgung in Betracht gezogen werden.



Von Agnes Dorn

Stams – Um die Wasserversorgung auch langfristig bei größerem Bedarf sicherzustellen, wurden von der Gemeinde Stams Ingenieur Matthias Philipp und Geologe Wolfram Mostler auf die Suche nach weiteren Trinkwasserquellen geschickt. Außerdem wurden Zulauf und Verbrauch der drei Hochbehälter einer näheren Analyse unterzogen. Dabei hat sich gezeigt, dass sich der durchschnittliche Zufluss mit dem maximalen Verbrauch deckt. Erfreulich sei, dass in den Leitungen kein Verlust durch Lecks zu verzeichnen ist. Der Minimalzufluss ist mit 3,5 l/s (St. Anna) bzw. 1,7 l/s (Haslach) sehr gering, wie die Messungen zeigen. Doch auch die Bärlehnquellen in der Nähe der Stamser Alm, von denen man gehofft hatte, sie als zusätzliche Trinkwasserquellen erschließen zu können, tröpfeln im Winter eher dahin, wie Philipp erläutert: „Selbst wenn man alle vier zusammenfassen würde, käme man nur auf 1,3 l/s im Winter.“

Auch Mostler sieht dieses Aufkommen als zu gering: „Ich würde nicht empfehlen, das weiterzuverfolgen“. Jene Quelle, die 1,6 km südöstlich der Stamser Alm entspringt und den Stamserbach speist, ist ebenfalls nicht rentabel, wie die beiden Experten feststellen mussten.

Nachdem man oben „nicht wahnsinnig fündig“ geworden sei, habe man sich schließlich heuer auf die Suche nach einem Tiefbrunnen begeben. Südlich des Fußballplatzes wurde man fündig. Dort seien sowohl die Ergiebigkeit als auch die Qualität gegeben und man könnte sich aufgrund der Lage das Schutzgebiet ersparen, so Philipp. Doch Mostler zeigt sich nicht begeistert von der Lösung: „Eine Grundwassererschließung ist natürlich eine Option. Ich tendiere aber dazu, eine andere Lösung zu finden.“ Ob und wieviel zusätzliches Trinkwasser überhaupt nötig ist, soll nun eine Wasserbedarfserhebung der nächsten 50 Jahre gemeinsam mit dem Raumplaner ergeben. Dann solle man sich überlegen, ob man nicht mit Nachbargemeinden einen Wasserverbund für den Bedarfsfall eingehen könnte.

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