Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.09.2019


Bezirk Kufstein

Kraftwerk Egerndorf lässt noch Jahre auf sich warten

Die Pläne für das Kraftwerk Egerndorf an der Brixentaler Ache verzögern sich weiter. Eine Entscheidung der Gemeinde Kirchbichl soll „spätestens im Frühjahr 2021“ fallen.

Brixentaler Ache.

© SpielbichlerBrixentaler Ache.



Von Jasmine Hrdina

Kirchbichl, Wörgl – Ein weiteres Steinchen im Bachbett für den Bau des Kraftwerks Egerndorf in Bruckhäusl wurde gelegt. So sieht das zumindest Reinhard Jennewein, Geschäftsführer der Stadtwerke Wörgl. Seit mehr als 10 Jahren plant das Tochterunternehmen der Stadt gemeinsam mit der Egon Dietrich Stiftung (35 Prozent Anteile), das Gefälle der Brixentaler Ache für die Versorgung von rund 2700 Haushalten mit Ökostrom zu nutzen. Man wolle dem Projekt jene Zeit geben, die es braucht, räumte der Stadtwerke-Chef ein. Eingebremst wurde das Vorhaben aber neben Unstimmigkeiten mit Grundeigentümern auch von der Gemeinde Kirchbichl, von der es bisher kein grünes Licht gab. Vor allem rechtliche Fragen, etwa wer im Falle von Wasserschäden bei Anrainern die Haftung übernehmen soll, waren für BM Herbert Rieder noch unklar. Während Jennewein in der Gründung des Wasserverbands Brixentaler Ache einen „weiteren Meilenstein in der Projektierung des Kraftwerks“ sieht, hält sich Rieder bedeckt. Auf die Entscheidung der Gemeinde bezüglich Kraftwerk habe dies keinen Einfluss, sagt er. Einige der offenen juristischen Details habe man mittlerweile klären können, weitere Einblicke in die Thematik gewährt Kirchbichls Gemeindechef allerdings nicht. Stattdessen kündigt Rieder wieder einmal einen „baldigen Infoabend für die Öffentlichkeit“ an, ein Datum bleibt er allerdings schuldig. Lediglich auf einen Zeithorizont für die Entscheidung des Gemeinderates, ob Kirchbichl denn nun einem Kraftwerk zustimmen wird oder nicht, ließ sich Rieder festnageln: „Spätestens im Frühjahr 2021.“ Die Planung selbst werde dann laut Jennewein noch einmal ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Die Verzögerung spielt den Projekttreibern nun sogar in die Hände. Wie berichtet, soll der Hochwasserschutz an der Brixentaler Ache für 18 Mio. Euro ausgebaut werden – hauptsächlich im Bezirk Kitzbühel. Durch die Pläne des Wasserverbands herrschen aber auch für das Kraftwerk Egerndorf neue Voraussetzungen. „Damit das Wasser in die Leitungen und in die Maschine gelangt, braucht man eine Wasserfassung. Dazu werden links und rechts Spundwände errichtet, diese werden im Sinne des Hochwasserschutzes ausgeführt“, schildert Jennewein.

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