Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.09.2019


Bezirk Reutte

„Auch das Außerfern verdient sich eine Mobilitätswende“

Die Grünen wollen sich dafür einsetzen, den Bahntunnel Ehrwald-Inntal auf die Rankingliste der ÖBB zu bringen.

Regina Karlen, Hermann Weratschnig und Martin Rauter (v. l.) mit ihren dringlichsten Forderungen.

© TscholRegina Karlen, Hermann Weratschnig und Martin Rauter (v. l.) mit ihren dringlichsten Forderungen.



Reutte – „Mit uns wird es keine Straßentunnellösung geben“, stellen die Grünen im Nationalratswahlkampf im Bezirk Reutte klar. Regina Karlen (Bezirkssprecherin), Hermann Weratschnig (Zweiter auf der Landesliste) und der Pinswanger Martin Rauter, Spitzenkandidat im Wahlkreis Oberland-Außerfern, wollen sich stattdessen dafür einsetzen, den Bahntunnel Ehrwald-Inntal auf die Rankingliste der ÖBB zu bringen. Weratschnig: „Wenn der Tschirganttunnel gebaut wird, gibt es natürlich von Seiten des Bundes auch ein Interesse daran, ihn wirtschaftlich zu führen. Und wenn der wirtschaftliche Druck kommt, ist die Gefahr groß, dass das Tonnagelimit am Fernpass fällt. Das können auch die Experten nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen. Und die Entscheidung für oder gegen den Tschirganttunnel fällt in Wien, deshalb ist diese Wahl auch so wichtig.“

Ziel müsse es für die Zukunft sein, den Verkehr auf die Schiene zu bringen. „Und der öffentliche Personennahverkehr muss auch auf der letzten Meile ausgebaut werden, um die Menschen in die Talschaften zu bekommen“, fordert Martin Rauter. Dass Menschen im Außerfern öffentliche Verkehrsmittel nicht nutzen, habe laut Reiter nichts damit zu tun, dass sie dies nicht wollen: „Es fehlt schlichtweg das Angebot.“

Der Preis für Fahrten mit den Öffis sei zweitrangig. Weratschnig: „Fahrten billiger zu machen, bringt keine Fahrgäste. Das Angebot muss besser werden. Auch das Außerfern verdient sich eine Mobilitätswende.“ Bus- und Zugverbindungen müssten besser getaktet und das Pendlersystem verändert werden. Karlen: „Wenn zum Beispiel Fahrgemeinschaften gebildet werden, sollte nicht nur der Fahrer, sondern auch der Mitfahrer die Pendlerpauschale bekommen.“ Und Rauter fügt hinzu: „Der Tourismus wird sich auch umstellen müssen und nicht überall am Samstag Urlauberwechsel machen.“

Neben dem Einzug in den Nationalrat haben die Grünen noch ein Ziel. „Bis 2030 müssen wir es in Österreich schaffen, abgasfrei unterwegs zu sein.“ (fasi)