Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.09.2019


Innsbruck

SPÖ will nun Notwohnungen für Frauen am Domanigweg

Nach dem Aus für die Winter­notschlaf­stelle will StR Mayr dort Not­wohnungen für Frauen realisieren. Für Vize-BM Gruber eine „unausgegorene“ Idee.

Die ehemaligen Räume der Lebenshilfe am Domanigweg stehen leer, die Winternotschlafstelle kommt dort doch nicht.

© DomanigDie ehemaligen Räume der Lebenshilfe am Domanigweg stehen leer, die Winternotschlafstelle kommt dort doch nicht.



Von Denise Daum

Innsbruck – Aus der Winternotschlafstelle in den ehemaligen Räumen der Lebenshilfe am Domanigweg 3 in Innsbruck wird nichts. Wie berichtet, haben sich am Montag Bürgermeister Georg Willi (Grüne) und Vizebürgermeister Franz Gruber (ÖVP) kurzfristig dazu entschieden, die Schlafstelle einen weiteren Winter lang am bestehenden Standort in der Amraser Straße zu belassen. Anrainer und Eltern hatten im Vorfeld zum Standort Domanigweg ob der Nähe zu Bildungs- und Betreuungseinrichtungen Bedenken geäußert.

SPÖ-Stadträtin Elisabeth Mayr drängt nun darauf, am Domanigweg „dringend benötigte“ Notwohnungen für Frauen und Kinder einzurichten. Sie hat bereits im April einen entsprechenden Antrag eingebracht. Gerade die Nähe zu den Bildungseinrichtungen wäre für junge Mütter ideal, so Mayr. Nicht selten seien Frauen und Alleinerzieherinnen von Obdachlosigkeit bedroht und müssten viel zu teure Wohnungen anmieten. „Was oft der erste Schritt von manifester Armut in die akute Armut ist. Notwohnungen, niederschwellig anmietbar, sind hier ein probates Mittel.“

Das Vorpreschen von Stadträtin Mayr, die selbst nicht ressortzuständig ist, sorgt für Verwunderung und Irritation. Der für Soziales zuständige Vizebürgermeister Gruber erklärt, dass die Stadt Innsbruck mit dem Land Tirol vereinbart habe, dass eine entsprechende Einrichtung für Frauen vom Land organisiert werde. „Ich weiß, dass Landesrätin Fischer hier in der finalen Phase ist, und ersuche die Frau Stadträtin Mayr dringend, nicht durch unausgegorene Vorschläge Verwirrung in die Diskussion zu bringen.“

Die zuständige Landesrätin Gabi Fischer (Grüne) bestätigt, in der finalen Abstimmung zu sein. Mehr möchte sie zu diesem Thema aktuell aber noch nicht sagen.

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Die Nachnutzung am Domanigweg sei noch völlig offen, heißt es aus dem Büro des Bürgermeisters. Der Prozess laufe.




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