Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.09.2019


Landespolitik

Wahlempfehlung: Im Unterland liegen die Nerven bei der ÖVP blank

Die Wahlempfehlung von AK-Chef Erwin Zangerl für Bauernkammerpräsident Josef Hechenberger sorgt für Wirbel. Offenbar soll es sich dabei um einen Fake handeln, wie Zangerl klarstellt.

Hechenberger (l.) und Zangerl verstehen sich sehr gut aber Zangerl dementiert die vom Bauernbund veröffentlichte Wahlempfehlung.

© TT / Thomas MURAUERHechenberger (l.) und Zangerl verstehen sich sehr gut aber Zangerl dementiert die vom Bauernbund veröffentlichte Wahlempfehlung.



Kitzbühel, Kufstein – Wenige Tage vor der Nationalratswahl herrscht in der ÖVP im Wahlkreis Unterland mit Kufstein und Kitzbühel Aufregung. Und die erfasste gestern mit voller Wucht Innsbruck.

Weil sich Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger mit dem ÖVP-Bauernbund im Rücken auch um ein Mandat im Unterland bewirbt und die gesetzliche Anzahl an Vorzugsstimmen für die Vorreihung erreichen könnte, zog bereits der Wirtschaftsbündler NR Josef Lettenbichler Anfang Juli seine Kandidatur zurück. Für ihn rückte die Kitzbüheler Gemeinderätin Andrea Watzl nach – eine Arbeitnehmervertreterin (AAB). Wegen interner Querelen bei der Listenerstellung stellte der Landes-AAB aber schon zuvor den Wahlkampf ruhend.

Sehr zum Ärger der Unterländer AABler, die für Watzl laufen, lobt jetzt ausgerechnet Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl in einer Sonder-Wahlnummer des Bauernzeitung an alle Unterländer Haushalte Hechenberger in den höchsten Tönen. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser wird ebenfalls mit einem Loblied auf den Bauernkammerchef zitiert. Zangerls Empfehlung samt Foto: „Sein Einsatz für alle Bevölkerungsschichten – von den Arbeitern, Angestellten und Unternehmern bis zu den Bauern – zeichnet Josef Hechenberger als geeignetsten Kandidaten aus.“

Mehr hat es nicht gebraucht. Bei AAB-Chefin LR Beate Palfrader und in der Kammer liefen die Telefone heiß. Für Zangerl, der aktuell krankheitsbedingt im Spital liegt, stellte gestern sein Sprecher Elmar Schiffkorn klar: „Dieses Zitat ist weder freigegeben noch autorisiert. Es passt auch nicht zu Zangerl.“ Dass Hechenberger menschlich schwer in Ordnung sei, habe der AK-Präsident nie verhehlt. Das Foto von Zangerl wurde übrigens für den Bauernkalender angefordert.

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Aufklärung fordert Beate Palfrader. „Das geht einfach zu weit, es gibt sicher noch Gesprächsbedarf.“ Walsers Wahlwerbung für Hechenberger passt hingegen. „Er hat selbst angefragt, ich stehe dazu“, sagt der Wirtschaftskammerboss. Der Wirtschaftsbund habe selbst ja keine Chance. (pn)