Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.09.2019


Bezirk Kitzbühel

Kritik an hohen Baulandreserven im Bezirk Kitzbühel

Landesspitzenkandidatin Barbara Neßler (Mitte) präsentierte mit Iris Kahn und Andreas Schramböck das Wahlprogramm der Grünen.

© Michael MaderLandesspitzenkandidatin Barbara Neßler (Mitte) präsentierte mit Iris Kahn und Andreas Schramböck das Wahlprogramm der Grünen.



Iris Kahn, Spitzenkandidatin der Grünen der Bezirke Kitzbühel und Kufstein für die Nationalratswahl, fordert, die Baulandwidmung auf zehn Jahre zu beschränken: „Alleine in St. Johann machen die Baulandreserven 314.000 Quadratmeter aus, in Kitzbühel 469.000 Quadratmeter", behauptet sie. Und auch bei der Freizeitwohnsitzabgabe pochen die Grünen auf eine stärkere Kontrolle, Leerstands­erhebungenen und zudem die Einführung einer Sonderflächenkategorie für Chaletdörfer.

Gerade Letztere würden laut Andreas Schramböck, dem Wahlkreislistenzweiten für die Nationalratswahl, gerade im Bezirk Kitzbühel „wie die Schwammerln aus dem Boden schießen. So etwas darf es nur noch eingeschränkt geben." Auch in St. Johann sei so ein Chaletdorf auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern geplant, das seinen Informationen nach im Gemeinderat aber nochmals geprüft wird. Schramböck: „Zuerst waren es 120 Betten, jetzt sind es 250 Betten." Der Tourismus solle sich mehr in Richtung Qualität als in Richtung Quantität entwickeln.

Unterstützung erhalten die beiden von Landesspitzenkandidatin Barbara Neßler, die sich am „Grünen Wahlprogramm" orientiert und für die Natur- und Klimaschutz an erster Stelle steht.

„Andere Parteien machen ja nur ein bisschen Klimaschutz. Wir wollen unter anderem das 1-2-3-Öffi-Jahresticket. Einen Euro pro Tag im Bundesland, zwei Euro über die Landesgrenze und drei Euro in ganz Österreich", sagt Neßler. In Tirol sei man da ja schon ganz gut dabei, allerdings müsse das System auf Österreich ausgedehnt werden.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Eine CO2-Steuer alleine sei für Neßler zu kurz gegriffen, dafür gebe es den 500-Euro-Ökobonus, den alle bekommen sollen: „Wer einen SUV fährt und mit Heizöl heizt, dem wird weniger überbleiben als beispielsweise dem Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln." (mm)