Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Bezirk Schwaz

Widmung für Kinder-Reha in Wiesing beschlossen

Der Standort für die Kinder-Reha treibt einen Keil zwischen die Wiesinger Gemeinderäte. Aber der Großteil stimmte nun zu.

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© Dähling



Von Eva-Maria Fankhauser

Wiesing – Knapp 30 Minuten dauerte die Gemeinderatssitzung am Mittwochabend in Wiesing. Behandelt wurde die Stellungnahme mit 39 Unterschriften gegen die Widmungsänderung am geplanten Standort für die Kinder-Reha. Aber es waren 30 intensive Minuten. 30 Minuten, in denen es Vorwürfe, persönliche Angriffe und Beschwerden hagelte.

Das kleine Sitzungszimmer im Wiesinger Gemeindeamt glich einer Bühne für den Kampf der Titanen. In den Hauptrollen: BM Alois Aschberger (UWL) und GR Maria Chelucci (WFW). BM Aschberger legte mit einem Monolog los, in dem er erneut das ganze Geschehen aufrollte. Er sprach vom korrekt durchgeführten Lärmgutachten, der Entscheidung des Landes für dieses Grundstück und davon, dass die Kinder-Reha der Entwicklung des Orts guttun werde. Er habe alles getan, was das Gesetz verlange. „Wiesing ist kein schlechter Platz. Normalerweise haben wir auch ein gutes Ortsklima, aber das wird von einigen wenigen belastet“, sagte der Ortschef. Er sprach mit einer Vehemenz in seiner Stimme, die keinen Einwurf duldete. Er habe genug vom Kasperltheater und wolle nicht mehr ewig diskutieren.

Mit versteinerter Miene hörten ihm die Mandatare zu. Doch dann holten Hubert Klammer (FPÖ) sowie Chelucci und Patrizia Verra (WFW) zum Gegenschlag aus. „Uns reicht’s genauso wie dir, Lois“, sagte Chelucci. Das Hickhack habe erst durch seine Anfangspläne für den Reha-Standort begonnen. Alte Gräben wurden erneut aufgerissen. Sie warf ihm vor, sich vor einem neuen Lärmgutachten zu fürchten. Auch Klammer kritisierte das Gutachten, es sei nicht lange genug gemessen geworden. Aschberger erwiderte, dass alles korrekt erledigt worden sei und dass man die Arbeit von Experten nicht ständig anzweifeln könne.

Die Diskussion schien erneut auszuufern, als der Ortschef entschied, abzustimmen: Mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmten zwölf Mandatare für die Umwidmung. Nun muss das Land entscheiden, ob die Widmung genehmigt wird.

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