Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Innsbruck

Schneller zum Baubescheid dank neuem Koordinator

Im Stadtmagistrat wurde eine Servicestelle für Bauansuchen geschaffen.

Koordinator Gerhard Schranz prüft Bauansuchen in der neuen städtischen Servicestelle schon vor der Einreichung auf Vollständigkeit.

© DomanigKoordinator Gerhard Schranz prüft Bauansuchen in der neuen städtischen Servicestelle schon vor der Einreichung auf Vollständigkeit.



Von Michael Domanig

Innsbruck – BM Georg Willi (Grüne) sprach von einer „Erleichterung für alle Innsbrucker Bauwerber“: Seit 1. September besteht im Magistrat eine neue Koordinations- und Anlaufstelle für Bauwerber, die Bauverfahren beschleunigen soll. Die Servicestelle, angesiedelt in der Baudirektion (Zimmer 3118), richte sich neben Planern, Architekten und technischen Büros auch an private Bauwerber, betont Baudirektor Robert Schöpf.

Ein eigener Koordinator, Gerhard Schranz (Experte für Hochbau, Brandschutz und Bauphysik), prüft das Bauansuchen dort nun gleich zu Beginn, also noch vor der Einreichung, anhand einer internen Checkliste auf Vollständigkeit. Fehlen noch Projektunterlagen, Daten oder Gutachten, teilt er dies dem Bauwerber sofort mit – so sollen unnötige Verzögerungen verhindert werden. „Das betrifft insbesondere Ungenauigkeiten bei Grenzabständen, Höhenpunkten oder Kubaturberechnungen, fehlende Stellplatznachweise oder Anschlussvereinbarungen, was Wasser und Kanal angeht“, erklärt der erfahrene Beamte.

Zusätzlich biete man Bauwerbern aber auch Beratung: „Wir erleben z. B. immer wieder, dass sich Bauwerber und Nachbarn bei der Bauverhandlung zum ersten Mal sehen. Wir empfehlen daher, ein Bauprojekt den Nachbarn schon früher vorzustellen.“ Schließlich brauche man dann ohnehin sehr oft deren Einwilligung, etwa für die Inanspruchnahme von Fremdgrund oder die Baugrubensicherung. „Kommunikation im Vorfeld ist das Wichtigste“, meint auch Amtsvorstand Christian Rath (Bau-, Wasser-, Gewerbe- und Straßenrecht).

Schranz empfiehlt Bauwerbern auch, ihre Ansuchen statt in der vorgeschriebenen dreifachen gleich in fünffacher Ausfertigung einzureichen: „Dann können wir besser steuern und koordinieren.“

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„Wir bearbeiten jährlich 500 bis 600 Bauansuchen“, berichtet Referatsleiterin Astrid Hofer (Baurecht). Laut Evaluierung liege man dabei „schon jetzt deutlich unter den gesetzlichen Fristen“. Es habe sich aber gezeigt, dass besonders jene Verfahren länger dauern, „bei denen es zu umfangreichen Nachforderungen von Unterlagen kam – da vergehen gleich einmal eineinhalb bis zwei Monate. Diese Zeit sparen wir uns nun.“ Zuletzt sei es in einem Fall gelungen, einen Baubescheid schon nach 21 Tagen zu erteilen. Generell, so Schranz, sei das erste Feedback der Bauwerber „durchwegs positiv“.

Mit Errichtung der Baukoordinationsstelle habe der Stadtsenat einen NEOS-Antrag angenommen, lobte GR Julia Seidl. GR Lucas Krackl (Für Innsbruck, FI), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnbau und Projekte, wiederum freute sich, „dass der langjährige Vorschlag von FI Eingang ins Arbeitsübereinkommen der Regierung gefunden hat“.

Geöffnet ist die neue Bauansuchen-Annahmestelle jeweils Mo. bis Fr. von 7 bis 12 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.