Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.09.2019


Bezirk Kufstein

„Kampf dem Lärm“ in Langkampfen: Initiative lässt bei Fünfziger nicht locker

Auf der grünen Wiese ein Fünfziger...

© DunklAuf der grünen Wiese ein Fünfziger...



Einerseits eine 50er-Tempobeschränkung auf einer neuen Gemeindestraße mitten im Grünland, andererseits ein 60er unmittelbar bei der Neuen Mittelschule auf der Landesstraße. Für Günter Dunkl von der Initiative „Kampf dem Lärm" ist das nicht nachvollziehbar. Drei Gruppierungen hatten sich in Langkampfen bereits zusammengetan und massiv gegen die Gemeindepolitik Stimmung gemacht. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung folgte dem offenen Brief der Initiative eine emotionelle Reaktion von Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser, der den Vorwurf zurückwies, dass er die Gemeinde an die Wand fahre.

Dunkl bleibt aber wegen des 60ers hartnäckig: „Das rasant wachsende Gewerbegebiet bringt lobenswerterweise zusätzliche Arbeitsplätze und Einkünfte in die Gemeinde. Negativ bei dieser Entwicklung ist jedoch, dass man auf die notwendige und dafür geeignete Infrastruktur vergisst", meint er gegenüber der TT.

Lärm und Abgasemissionen sollten durch eine Reduktion der Geschwindigkeit in Grenzen gehalten werden, wodurch „auch ein Beitrag zur Klimaverbesserung geleistet wird". Er verweist auf Kirchbichl, wo es im Schulbereich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h gibt, in Langkamp­fen sind 60 km/h erlaubt, die aber mangels Geschwindigkeitskontrolleinrichtung nur selten eingehalten werden", ärgert sich Dunkl.

Zudem sei es wegen des Straßenlärms nicht möglich, in der Schule bei geöffnetem Fenster zu unterrichten. „Wir fordern daher die zuständigen Politiker auf, im Zuge der ÖBB-Planungen für den Brenner-Nordzulauf ein neues Landesstraßenkonzept zu entwickeln", sagt Dunkl.

„In Kirchbichl liegt die Schule im Ortsgebiet", erklärt BM Ehrenstrasser. In Langkampfen handle es sich um Freiland. Zuständig sei aber im Ganzen das Land. Ein Gutachter habe den gesamten Straßenverlauf zwischen Kufstein und Kirchbichl untersucht und das Ergebnis sei der Status quo. Andererseits wäre auch eine Verschiebung der Ortstafel nicht möglich, wie es von der SPÖ beantragt worden war. Und der 50er auf der neuen Gemeindestraße sei nur im Bereich Recyclinghof möglich, „der Rest ist sogar ein Hunderter, obwohl wir ihn nicht wollten", so der Dorfchef. (wo)

... nahe der Schule ein Sechziger, für die Initiative „Kampf dem Lärm“ nicht verständlich.
... nahe der Schule ein Sechziger, für die Initiative „Kampf dem Lärm“ nicht verständlich.
- Dunkl