Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 02.10.2019


Innsbruck-Land

Stadt Innsbruck plant einen Bildungscampus in Igls

Aufgrund der massiven Bautätigkeit steigt der Bedarf an Kinderbetreuung. Eine Campuslösung soll kommen. StR Mayr drängt auf rasche Umsetzung.

Am Standort der Volksschule Igls soll ein Bildungscampus realisiert werden.

© Thomas Boehm / TTAm Standort der Volksschule Igls soll ein Bildungscampus realisiert werden.



Von Denise Daum

Innsbruck, Igls – Der Bauboom in Innsbruck hält weiter an, Igls ist da keine Ausnahme. Gleich mehrere Wohnanlagen werden aktuell von privaten Bauträgern errichtet. Zudem plant die Stadt Innsbruck am Standort „Am Bichl“ 50 Wohnungen, davon 65 Prozent Stadtwohnungen, 35 Prozent als leistbare Eigentumswohnungen für Igler. Damit werden vor allem Familien in absehbarer Zeit nach Igls kommen und der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen wird steigen.

Im Kindergarten ist man derzeit bereits am Limit mit der Kapazität, die fünf Gruppen sind auf zwei Standorte verteilt. Insgesamt besuchen in Igls heuer knapp 100 Kinder den Kindergarten.

„Wir bekennen uns zum sozialen Wohnbau in Igls. Damit haben wir aber Handlungsbedarf beim Schaffen von Kinderbetreuungsplätzen“, betont Bildungsstadträtin Elisabeth Mayr (SPÖ). Geplant ist eine Campuslösung am Standort der bestehenden Volksschule, wo Kindergarten, Schule, Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung Platz finden. „Im Budget für das kommende Jahr war bereits Geld für das Vorhaben vorgesehen, das dann aber wieder dem Sparstift zum Opfer gefallen ist“, bedauert Mayr. Für sie drängt die Zeit, auch wenn die Lage noch nicht dramatisch sei. „Aber ich habe die Sorge, dass es zu langsam geht“, erklärt Mayr und verweist auf das übliche Prozedere mit Beschlussfassung und Wettbewerb, das seine Zeit brauche.

Der Vorschlag, einen Bildungscampus zu errichten, kam von Bürgermeister Georg Willi (Grüne) selbst. Zum einen besitzt die Stadt bei der Volksschule „glücklicherweise“ ein großes Grundstück, die Voraussetzungen seien damit ideal, wie Willi erklärt. Zum anderen kann der Bürgermeister der Campusidee an sich viel abgewinnen. „Ich finde die Altersdurchmischung sehr wichtig für Kinder, da sie dadurch wahnsinnig viel lernen“, erklärt Willi, der selbst aus einer Familie mit acht Kindern stammt. Sowohl Rücksichtnahme als auch ein gewisses Durchsetzungsvermögen habe er dadurch erlernt, erklärt der Bürgermeister. Zudem sei es für die Kinder schön, wenn sie über viele Jahre denselben vertrauten Weg zu Kindergarten und Volksschule gehen.

Georg Willi betont, dass die Planung für den Bildungscampus von den Einsparungen nicht betroffen sei. Der Architektenwettbewerb soll jedenfalls im kommenden Jahr starten.