Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 03.10.2019


Bezirk Reutte

Liste Fritz fordert härtere Lkw-Kontrollen auf der Fernpass-Strecke

Die Verkehrsbelastung im Außerfern will die Liste Fritz mit vielen Einzelmaßnahmen entschärfen.

LA Andrea Haselwanter-Schneider fordert mehr Polizeikräfte.

© TscholLA Andrea Haselwanter-Schneider fordert mehr Polizeikräfte.



Von Simone Tschol

Reutte – „Es ist kein Wunder, wenn die Leute sagen, dass sie den Lärm und die nervigen Staus nicht mehr aushalten. Es zeigt nur, wie dramatisch die Situation auf Tirols Straßen ist“, meinte Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider, Parteiobfrau der Liste Fritz, gestern bei ihrer Stippvisite im Außerfern und verwies sogleich auf die Verkehrsstatistik des Landes. „An der Zählstelle am Fernpass wurden 2018 über das ganze Jahr gerechnet pro Tag rund 14.100 Fahrzeuge gezählt. Das entspricht gegenüber 2017 einem Zuwachs von 1,5 Prozent oder 200 Kfz“, rechnet Haselwanter-Schneider vor. Am massivsten sei der Zuwachs in den Jahren 2007 bis 2017 gewesen. In diesem Zeitraum sei auf der B179 ein Kfz-Zuwachs von 42 Prozent verzeichnet worden.

Die perfekte Großlösung werde es ihrer Meinung nach auf der Fernpassroute „sicher nicht geben“. Jedoch würden viele Einzelprojekte für eine Entschärfung der Situation sorgen. Die Parteichefin sieht beispielsweise in der Bahnverbindung Ehrwald – Inntal eine große Chance: „Das müsste man angehen, unabhängig von anderen Maßnahmen. Wenn man bedenkt, dass wir viele Milliarden in den Brennerbasistunnel verbuddeln und nicht einmal wissen, ob Güter draufgehen, weil es keine Zulaufstrecken gibt, dann wären die 1,5 Milliarden Euro für den Bahntunnel Außerfern – Inntal gut investiert. Zumal mir Experten gesagt haben, dass auch ein Autoreisezug durch die Röhre geführt werden könnte.“ Ebenso sei in Sachen Busverbindungen gerade im Bezirk Reutte noch „viel Luft nach oben“. Haselwanter-Schneider: „Hier hat der VVT massiven Nachholbedarf.“

Da es sich beim Verkehr auf der B179 zum überwiegenden Teil um touristischen Verkehr handle, müsste sich auch die Tourismusbranche mit Lösungsvorschlägen einbringen. Zudem müssten Bürger viel mehr gehört, ihre Ideen überprüft und ernst genommen werden. „Es ist höchste Zeit für eine Entlastung. Da müssen alle an einem Strang ziehen. Der Schutz der Bevölkerung hat Vorrang und ist nicht verhandelbar“, stellt die Parteivorsitzende klar.

Nachdem sich ÖVP (Scheiteltunnel), SPÖ und Grüne (Bahntunnel) sowie FPÖ und NEOS (Gartnerwandtunnel) bereits klar positioniert haben, nimmt nun auch die Liste Fritz Stellung: „Ich bin keine Tunnelexpertin. Aber Fachleute haben mir gesagt, dass ein Scheiteltunnel für die Verkehrsentlastung nichts bringen wird. Wozu soll er dann gebaut werden, frag ich mich.“

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Auf jeden Fall brauche es härtere Lkw-Kontrollen. „Die Kontrollstellen wären ja da. Aber mit dem aktuellen Personal kann die Polizei Kontrollen nur punktuell durchführen. Das muss sich ändern. Da braucht es mehr Personal. Dafür sollte sich die Nationalratsabgeordnete des Bezirkes in Wien einsetzen“, so die Parteichefin.