Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.10.2019


Bezirk Reutte

Investitionen in Reutte: 60 neue Pflegebetten im Talkessel

Der Ausbau der stationären Pflege wird im Außerfern anvisiert. Ob in einem Neubau oder als Erweiterung der Pflegeheime wird untersucht.

„Wir müssen jungen Menschen und Wiedereinsteigern klar machen, dass der Pflegeberuf Zukunft hat", sagt Bernhard Tilg (Landesrat).

© Tschol„Wir müssen jungen Menschen und Wiedereinsteigern klar machen, dass der Pflegeberuf Zukunft hat", sagt Bernhard Tilg (Landesrat).



Von Simone Tschol

Reutte – Das Außerfern ist im Vergleich zu den anderen Bezirken Tirols zwar noch immer jener mit den wenigsten stationären Pflegeplätzen, aber auch hier wird sukzessive ausgebaut. Von den im „Strukturplan Pflege“ des Landes bis 2022 vorgesehenen 160 Langzeitpflegeplätzen sind bereits 134, in der Kurzzeitpflege alle elf bereits verwirklicht.

Wie Gesundheits- und Pflegelandesrat Bernhard Tilg bei einem Pressegespräch an der Bezirkshauptmannschaft Reutte erklärte, werden zudem im Bereich des betreuten Wohnens bis 2022 39 neue Einheiten zur Verfügung stehen. Die mobilen Dienste sollen in den nächsten drei Jahren um 10.919 auf insgesamt 45.531 Leistungsstunden jährlich gesteigert werden. Tilg: „Wir müssen Gesundheit und Pflege weiter vernetzen, damit die flächendeckende Versorgung gesichert und das Älterwerden in den eigenen vier Wänden möglich ist.“

Dem Pressegespräch war eine Sitzung mit den Obleuten der Planungsverbände (PV) vorausgegangen. Wie Wolfgang Winkler (PV Reutte und Umgebung) erklärte, seien 60 zusätzliche Langzeitpflegeplätze im Bezirk geplant. „Die stationäre Einrichtung muss auf jeden Fall im Talkessel von Reutte Platz finden. Darin sind wir uns einig. Derzeit wird daher von Experten geprüft, was mehr Sinn macht – ein Neubau mit 60 Betten oder die Aufstockung der bestehenden Heime Haus Ehrenberg und Haus zum Guten Hirten um jeweils 30 Betten. Bis Anfang November sollten die Ergebnisse vorliegen.“

Einig sind sich Obleute der Planungsverbände und LR Bernhard Tilg darin, dass der Ausbau der stationären Pflege zwar allen unter den Nägeln brennt, noch brisanter ist jedoch die Frage, wie man das Personal finden soll. Tilg: „Da müssen wir uns richtig anstrengen. Wir müssen jungen Menschen und Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern klarmachen, dass der Pflegeberuf Zukunft hat. Gehaltsanpassungen sollen ein zusätzlicher Anreiz sein.“

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In allen Talschaften wird indes die Tagespflege vorangetrieben, um die Angehörigen zu entlasten. In Elbigenalp wird laut BM Markus Gerber (PV Lechtal) die alte Arztpraxis über den Winter ausgebaut. Ab Frühjahr sollen dort fünf Tagespflegeplätze zur Verfügung stehen. In Ehrwald wurden bereits letztes Jahr 8 Plätze für die Tagesbetreuung umgesetzt, wie BM Martin Hohenegg (PV Zwischentoren) berichtete. Mit dem Neubau des Ärztehauses in Grän werden laut BM Klaus Hornstein (PV Tannheimer Tal) auch im Hochtal sechs Tagespflegeplätze entstehen.




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