Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.10.2019


Osttirol

Liste Fritz rügt Mehrkosten bei Notarztsystem im Iseltal

Mit über einer halben Million Euro stellt das Land die Versorgung durch das Rote Kreuz sicher. Die Liste Fritz sieht LR Tilg in der Verantwortung.

Landtagsabgeordneter Markus Sint von der Liste Fritz kann der Argumentation von LR Bernhard Tilg (ÖVP) nichts abgewinnen.

© zeitungsfoto.atLandtagsabgeordneter Markus Sint von der Liste Fritz kann der Argumentation von LR Bernhard Tilg (ÖVP) nichts abgewinnen.



Matrei i. O., Innsbruck – In der Landtagssitzung, die heute beginnt, wird die Liste Fritz einen mündlichen Antrag an Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) stellen. Darin geht es um die notärztliche Versorgung im Iseltal in Osttirol, die seit Monaten für politischen Wirbel sorgt.

Der Hintergrund: Erst gestern beschloss die Landesregierung, 515.000 Euro in die Hand zu nehmen, damit das Rote Kreuz mit seiner Rettungsdienst-GmbH die notärztliche Versorgung im Iseltal gewährleistet – die TT berichtete. Diese Maßnahme bezeichnet das Land in einer Aussendung als Pilotprojekt, das nun weiter fortgesetzt und ausgebaut würde. Das Pilotprojekt laufe bis Juli 2020, heißt es. Laut Landesrat Tilg ist es innovativ und hat einen Mehrwert. „Die notärztliche Versorgung ist langfristig zu hundert Prozent garantiert“, lässt Tilg verlauten.

Dieser Sichtweise kann Landtagsabgeordneter Markus Sint von der Liste Fritz nichts abgewinnen, schon gar nicht angesichts der Vorgeschichte der notärztlichen Versorgung im Iseltal. „Tilg hat die bisher bestehende und funktionierende Notarztversorgung leichtfertig und ohne Not zerstört, indem er die Landärzte rund um Gernot Walder und den Notarztverband Osttirol unter politischem Druck ausgebootet hat“, ist Sints Meinung. Er ortet einen Deal zwischen Tilg und Andreas Köll, dem Matreier Bürgermeister und Obmann des Osttiroler Krankenhausverbandes, der sich davon einen ganzjährig stationierten Rettungshubschrauber für Matrei versprochen habe, behauptet der Liste-Fritz-Abgeordnete.

Daraus wurde bekanntlich nichts. Arzt Gernot Walder und sein Team wurden hinausgedrängt, der Hubschrauber von Heli Tirol fliegt bald nicht mehr. Die Lösung mit dem Roten Kreuz wurde in letzter Minute gefunden. „Es bleiben nur Verlierer zurück. Und richten muss es wieder einmal der Steuerzahler“, fasst Sint zusammen. (TT)