Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.10.2019


Bezirk Kufstein

Futter per Bescheid gegen Wildverbiss in der Wildschönau

In Wildschönau wehren sich Grundbesitzer gegen die Wildfütterung. Sie werden nun zwangsverpflichtet.

Die Abschusszahl für Rotwild wurde im Bezirk Kufstein stark angehoben.

© Die Abschusszahl für Rotwild wurde im Bezirk Kufstein stark angehoben.



Von Wolfgang Otter

Wildschönau – Der jüngste schneereiche Winter war für das Wild hart und damit auch für die Bäume. In weiterer Folge bekamen das wiederum die Waldbesitzer zu spüren. Besonders in Wildschönau gab es abschnittsweise extreme Schäden an den Bäumen durch das Wild. Die Forstinspektion verlangte daraufhin das Ausschöpfen aller jagdlichen Möglichkeiten. Die Behörde reagierte zwar und verlängerte sogar die Abschusszeiten bzw. schrieb Wildfütterungen vor. Nur das war zu spät. Das Wild kannte die Stellen mit den dargebotenen Leckerbissen nicht und suchte sie daher nicht auf.

Heuer soll das nicht mehr passieren. „Wir wissen zwar noch nicht, wie schneereich der Winter wird, aber es sind sieben neue Wildfütterungen vorgesehen“, sagt Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer. Allein sechs davon sind in Wildschönau geplant, nachdem sie hier im Vorjahr komplett fehlten. „Wir hatten hier zwar keine größeren betroffenen Flächen, aber wo es Probleme gab, fehlten die Fütterungsstellen. Daher müssen wir dort hinein“, sagt der Referatsleiter Anton ­Schlemair. In zwei Fällen sei es aber nicht gelungen, Einvernehmen mit den Grundbesitzern zu erzielen. Sie weigern sich, die Fütterungen zuzulassen. Daher werden sie ihnen vorgeschrieben. Die Wildfütterung sei nämlich im Jagdgesetz vorgesehen, erklärt Platzgummer. Der Bezirkshauptmann rechnet aber mit Einsprüchen gegen den Bescheid. Damit soll die Zahl der Fütterungsstellen im Bezirk auf 37 erhöht werden, für Rehe gibt es sogar 617 Plätze.

Für heuer hat die Bezirkshauptmannschaft auch die Abschusszahlen noch einmal kräftig nach oben gesetzt. Und das, obwohl die Kufsteiner Jäger in der jüngsten Saison ihre Quoten übererfüllten. Bislang, so ist bei der Bezirkshauptmannschaft zu erfahren, wurde bereits knapp ein Drittel der Abschussvorgaben für 2019 beim Rotwild (1037 Stück) erfüllt. Beim Rehwild (2950) liegt die Jägerschaft nach derzeitigem Stand gegenüber dem Vorjahr um über 100 Stück zurück, aber, so wird vermutet, der harte Winter 2018/19 dürfte hier den Bestand auch stark dezimiert haben.

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