Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Bezirk Landeck

Würfel im Rieder Stromstreit fallen nächste Woche

Die Turbulenzen rund um die umstrittene 110-kV-Leitung aufs Sonnenplateau könnten nächsten Donnerstag zu einer Lösung finden.

Eine Beeinträchtigung des Landschaftsbilds durch weitere Strommasten fürchtete man in Ried.

© ReichleEine Beeinträchtigung des Landschaftsbilds durch weitere Strommasten fürchtete man in Ried.



Von Matthias Reichle

Ried – Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder spricht von intensiven Gesprächen – „alle Informationen liegen auf dem Tisch, die Gemeinde Ried muss jetzt sagen, was sie will“, betont er gestern auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Seit Anfang des Jahres kriselt es zwischen dem Tiroler Netzbetreiber und der Obergrichter Gemeinde – Grund ist eine geplante 110-kV-Leitung aufs Sonnenplateau, gegen die sich auch eine Bürgerinitiative gegründet hatte. Der Rieder Gemeinderat sprach sich damals einstimmig gegen das Projekt aus. Kritik gab es auch am Bürgermeister, von dem man sich überrumpelt fühle.

Bereits in der kommenden Woche könnte es aber zu einer Einigung kommen. Tinetz-Geschäftsführer Rieder verweist auf die anstehende Sitzung des Dorfparlaments. Er spricht von mehreren Varianten, zwischen denen sich die Gemeinderäte entscheiden sollen. Mit gutem Willen gebe es eine Lösung.

Die Beschlüsse zur 110-kV-Leitung fallen demnach am kommenden Donnerstag unter Tagesordnungspunkt 5.

Knackpunkt beim Projekt war das Landschaftsbild. In Ried gibt es bereits mehrere Hochspannungsleitungen und auch die neuen Masten wären vom Tal aus sichtbar gewesen. Bereits in der Augustsitzung gab es eine Annäherung, als von der Tinetz eine Adaptierung der Leitung im unteren Bereich angesprochen wurde – ein Vorschlag, der im Gemeinderat einstimmig angenommen wurde.

Auch Bürgermeister Elmar Handle verwies nun gestern auf die Gemeinderatssitzung kommende Woche. „Ein Alternativprojekt ist da“, mehr wollte er vorerst nicht kommentieren. Man müsse die Sitzung abwarten.

Laut Rieder, der sich zuletzt eine Einigung mit der Gemeinde bis Ende September gewünscht hatte, sei man im Zeitplan: „Dann schaffen wir es bis Ende nächsten Jahres, in Betrieb zu gehen“ – vor der kommenden Wintersaison. Im Sommer hatte die Tinetz vor einem drohenden Stromengpass gewarnt, sollte es eine längere Verzögerung für das Projekt geben.




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