Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.10.2019


Osttirol

Abgaben festgelegt für die Freizeitwohnsitze in Lienz

Ab 1. Januar haben alle Gemeinden Abgaben für die gewidmeten Freizeitwohnsitze einzuheben. In Lienz gibt es davon derzeit 106.

Der Beschluss im Gemeinderat zur Höhe der Abgaben für die gewidmeten Freizeitwohnsitze in Lienz fiel einstimmig.

© Christoph BlassnigDer Beschluss im Gemeinderat zur Höhe der Abgaben für die gewidmeten Freizeitwohnsitze in Lienz fiel einstimmig.



Von Christoph Blassnig

Lienz – In der Bezirkshauptstadt gibt es derzeit 106 gewidmete Freizeitwohnsitze. Möglich wären maximal acht Prozent aller Wohnsitze, Lienz schöpft diese Zahl also zu weniger als einem Drittel aus. Das Land schreibt den Tiroler Gemeinden die Einhebung einer neuen Pflichtabgabe auf Freizeitwohnsitze ab 1. Januar 2020 vor und hat je nach Lage Mindest- und Höchstwerte für verschiedene Größenordnungen von Wohnobjekten festgelegt. In seiner vergangenen Sitzung hat der Lienzer Gemeinderat nun die Gebühren für die Stadt beschlossen. Auf eine weitere Unterteilung je nach Lage im Stadtgebiet haben die Mandatare verzichtet.

Es gibt sieben Kategorien: Bis 30 Quadratmeter Grundfläche der Wohneinheit fallen künftig jährlich 200 Euro an Abgaben an, von 30 bis 60 Quadratmetern 400 Euro, von 60 bis 90 Quadratmetern 580 Euro. Bei einer Größe von 90 bis 150 Quadratmetern hebt die Stadt 840 Euro ein, in der nächsten Kategorie bis 200 Quadratmeter sind es 1180 Euro und bei einer Raumnutzfläche von 200 bis 250 Quadratmetern bereits 1520 Euro. Alle Wohnsitze, die von der Größe her noch weiter darüber liegen, werden mit einer Jahresgebühr von 1840 Euro besteuert. Damit bleibt Lienz rund ein Drittel und der möglichen Höchstgrenze.

„Es handelt sich ausdrücklich um eine Abgabe auf gewidmete Freizeitwohnsitze nach der Raumordnung. Neben- und Zweitwohnsitze sind nicht betroffen“, betonte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Wie viel Geld sich die Stadt daraus erwarten kann, darüber konnte Stadtkämmerer Peter Blasisker noch keine genaue Auskunft geben, weil die Nutzflächen erst erhoben werden müssen. Seine vorsichtige Schätzung lautete auf 40.000 bis 50.000 Euro. „Es gibt keine Zweckwidmung, diese Mittel bleiben also im Budget.“ Blanik nannte die gewählten Tarife einen Versuch, für Lienz argumentierbare Werte zu ermitteln. Dem stimmten die Gemeinderäte in der Diskussion zu. Der Beschluss fiel einstimmig.