Letztes Update am Mi, 16.10.2019 19:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europaregion

Dreierlandtag: Antrag ohne Entnahme von Wölfen beschlossen

Auch zwei weitere „Leitanträge“ zu Katastrophenschutz und Produktwerbung wurden einstimmig angenommen. Uneinigkeit herrschte bei der Frage nach „Wolffreie Almgebiete in der Europaregion Tirol“.

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© Thomas BöhmSymbolbild.



Meran, Trient – Der Dreierlandtag der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat am Mittwoch bei seiner Sitzung in Meran einstimmig den Antrag zu einer gemeinsamen Strategie für den Brennerkorridor angenommen. Auch die beiden anderen Leitanträge, die von den drei Landtagspräsidenten eingebracht wurden, zu den Themen Katastrophenschutz und Produktwerbung wurden einstimmig angenommen.

Laut Antrag zum Brennerkorridor sollen die drei Landesregierungen bei den staatlichen Ministerien, Behörden, Infrastruktur- und Eisenbahnunternehmen erreichen, dass der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird. Maßnahmen die unter anderem genannt wurden, sind neue Verlademöglichkeiten zu schaffen oder die bestehenden auszubauen, die ROLA zu fördern, die Harmonisierung der Eisenbahnregelungen und das Vermeiden von Umwegverkehr.

Zahl der Anträge reduziert

Im Bereich des Katastrophenschutzes sollen Möglichkeiten einer verbesserten Zusammenarbeit im Katastrophenmanagement erforscht werden. Tirols Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP) betonte bei einer Pressekonferenz am Nachmittag, dass es diese Zusammenarbeit zwar bereits gebe, sie solle aber auf eine solide Basis gestellt werden.

Josef Noggler (SVP), Präsident des Südtiroler Landtages, verwies bei der Pressekonferenz darauf, dass die Zusammenarbeit hervorragend sei. Seit dem ersten Dreierlandtag 1991 seien 223 Beschlüsse getroffen worden. Nur 15 davon hätten nicht durchgeführt werden können, da dies, meist aus rechtlichen Gründen, nicht möglich war. Alle anderen seien ganz, teilweise oder in modifizierter Weise umgesetzt worden.

Bis Mittag wurden fünf Anträge einstimmig angenommen, 14 weitere standen für den Nachmittag noch an. Heuer sei erstmals die Anzahl der Anträge reduziert worden, um damit den einzelnen Themen mehr Zeit einzuräumen, meinte Ledl-Rossmann.

Unter anderem stand für den Nachmittag noch ein Antrag zur Schaffung „Wolffreier Almgebiete“ am Programm. Laut Antrag sollten die Almgebiete zu einer sensiblen Zone erklärt, die Zusammenarbeit im Monitoring verbessert und einzelne Problemtiere entnommen werden können. Schließlich wurde ein Antrag angenommen in dem die Entnahme von einzelnen, problematischen Tieren nicht mehr festgeschrieben war. Stattdessen wurde ein gemeinschaftlich eingebrachter Abänderungsantrag vom Dreierlandtag abgesegnet. Dieser sieht dagegen präventive Maßnahmen vor, wie ein gemeinsames Monitoring und die Erstellung von Wolfsmanagementplänen.

Es wurde vereinbart, auf nationaler und europäischer Ebene „die Bewertung von zusammenhängenden Wolfspopulationen und deren Existenzsicherung nach ihrem natürlichen und länderübergreifenden Verbreitungsgebiet anzustreben“. Darüber hinaus werden laut dem Antrag die „Almgebiete der Europaregion Tirol zum Schutz der alpinen Alm- und Viehwirtschaft als sensible Zonen“ eingestuft. Beim Dreierlandtag wurden alle 16 Anträge mehrheitlich angenommen, zwei wurden zurückgezogen. (APA)