Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.10.2019


Innsbruck

Weniger Auto, mehr Lebensraum: Forum zu Innsbrucks Zukunft

250 Fachleute gastieren am Wochenende in Innsbruck und diskutieren darüber, wie sich die Stadt entwickeln könnte.

Präsentierten das Europan-Projekt: Wolfgang Andexlinger (Stadtplanung) und BM Georg Willi (v. l.)

© IKM/DullniggPräsentierten das Europan-Projekt: Wolfgang Andexlinger (Stadtplanung) und BM Georg Willi (v. l.)



Innsbruck – Wie entwickeln sich Städte? Wo kann die Politik oder Stadtplanung dabei überhaupt noch eingreifen? Fragen, über die sich 250 Experten in den kommenden Tagen in Innsbruck so ihre Gedanken machen werden. Und es sind auch Fragen, die die Stadtpolitik in den kommenden Jahren umtreiben werden. Etwa wenn es darum geht, eines der größten innerstädtischen Entwicklungsgebiete – vom Marktplatz bis zur Uni – neu zu gestalten.

Wer BM Georg Willi (Grüne) bei der Präsentation des Europan-Forums am Wochenende zuhörte, dem wurde klar, dass es dabei um noch eine Frage geht. Wie viel oder wie wenig Platz wird künftig in einer Stadt dem Autoverkehr beigemessen? Die Antwort des Stadtchefs ist dabei wenig überraschend. „Städte wurden früher autogerecht gebaut. Auch wir verwenden wahnsinnig viel Platz, um das Auto unterzubringen.“ Und wie es sich für einen Grünen-Bürgermeister gehört, sagt Willi im Nachsatz: „Diese Denkweise bringt uns nicht weiter.“

Anders als in früheren Jahren sollen deshalb Arbeits- und Wohnsituation enger aneinander gekoppelt werden. Das vermeide Verkehr und die daraus resultierenden Probleme. So weit, so theoretisch. Konkret heißt das, dass man im Erdgeschoß von großen Wohnanlagen künftig etwa noch mehr Wirtschaftsbetriebe ansiedeln möchte.

Außerdem, so ist sich Willi mit dem Leiter der Stadtplanung Wolfgang Andexlinger einig, gehe es um eine bessere und qualitativ hochwertigere Nutzung des öffentlichen Raums rund um große Wohnanlagen. Kritik, dass dies bei den jüngsten Anlagen in Innsbruck nicht so umgesetzt wurde (Campagne-Areal, Bienerstraße), will man so nicht gelten lassen. Auch nicht, dass es dort extrem hohe Dichten gibt. Willi: „Die höchsten Dichten haben wir in der Innenstadt.“

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Andexlinger erhofft sich vom Europan-Wettbewerb (die Sieger stehen Ende des Jahres fest) Ideen, wie man mit dem Bereich am Inn umgehen will. „Das wäre etwas, wo wir etwa studentisches Wohnen sehr gut integrieren könnten. Zumal hier auch Flächen im Besitz der Stadt sind.“ Das Pema 2 ist für Andexlinger ein „Produkt seiner Zeit“ – es bringe mit der Stadtbibliothek im Erdgeschoß einen öffentlichen Mehrwert für das ganze Gebiet. Dass dort viele Wohnungen leer stehen würden, sei ein anderes Thema, so der Stadtplaner. Für die Öffentlichkeit gibt es heute Freitag von 9 bis 13 Uhr in der Messe Innsbruck (Eingang Ost) die Möglichkeit, einen Einblick in das Europan-Forum zu erhalten. (mw)