Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.10.2019


Bezirk Schwaz

Mehr Parkplätze in Schwaz lassen Streitthema nicht abflauen

Am geplanten Raiffeisen Quartier entstehen rund 210 Stellplätze. Doch es sind die Gratis-Parkflächen, die in der Stadt zur Rarität geworden sind.

Der Parkplatz zwischen der Bank und dem Postpark samt Kindergarten soll ab nächstem Jahr zum Raiffeisen Quartier umgebaut werden.

© FankhauserDer Parkplatz zwischen der Bank und dem Postpark samt Kindergarten soll ab nächstem Jahr zum Raiffeisen Quartier umgebaut werden.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Die Präsentation des geplanten Raiffeisen Quartiers in der Bezirkshauptstadt war am Dienstag. Doch erst am Mittwoch folgte die dazu nötige Änderung des Flächenwidmungsplans am Raika-Areal. Bis auf eine Enthaltung wurde der Antrag abgesegnet. Trotzdem brach der Tagesordnungspunkt erneut eine Diskussion über das Thema Parken vom Zaun.

Ersatz-GR Albert Polletta meinte eingangs, dass der bisherige Verkehrsreferent Emil Danler „müde“ geworden sei, und spielte damit wohl auf dessen Rücktritt als Stadtrat an. Polletta betonte, dass in diesem Bereich dringend Parkplätze gebraucht werden, und wollte wissen, wie es mit einem Verkehrskonzept während der Bauphase zwischen den engen Gassen aussehe. Dazu sollten auch andere Projekte in der Umgebung ins Konzept miteinfließen. Zudem fragte er, ob dort auch sozialer Wohnbau möglich sei.

BM Hans Lintner erklärte, dass es eine Grundüberlegung zur Verkehrslage gebe, die müsse aber noch im Gremium verhandelt werden. Sozialen Wohnbau im Sinne der Wohnbauförderung werde es dort keinen geben. „Natürlich gibt es in der Innenstadt zu wenig Wohnraum und ob wir die von uns geplante Zentralgarage umsetzen können, hängt von den Grundbesitzern ab“, sagte Lintner. Seit Längerem bemüht er sich um eine zentrale Tiefgarage im Altstadtbereich. Doch das Projekt liegt noch in weiter Ferne. Zudem unterstrich Lintner, dass zu den 170 Stellplätzen in der Tiefgarage am Raiffeisen Quartier auch 40 Oberflächenparkplätze kommen. Derzeit zählt man rund 90.

Danach ging die Diskussion zur generellen Parkplatzsituation in der Stadt über. GR Hermann Weratschnig hatte sich am Mittwoch ein Bild vom Eni-Parkplatz und der Hochgarage am Schwimmbad gemacht: „Die Hälfte des Parkplatzes war leer.“ Er ist für die Parkraumbewirtschaftung. Es stelle sich nur die Frage, ob viele Autofahrer nun woanders parken. GR Victoria Weber entgegnete, dass der Parkplatz am Königsfeld voll sei und draußen beim Schwimmbad künftig sicher auf den Fahrbahnrand der Straße ausgewichen werde. Ihr fehle nach wie vor ein gesamtheitliches Konzept für den Parkraum in der Stadt.

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Mit einem Kopfschütteln verfolgte StR Viktoria Gruber die Diskussion: „Wir sollten nicht immer nur vom Parken reden, wir dürfen leistbares Wohnen nicht vergessen.“

Schwaz zahlt in Jenbach mit

Zum wiederholten Mal stand der „Bebauungsplan Minkusfeld" auf der Schwazer Tagesordnung. Doch auch diesmal wurde der Antrag vertagt. Dafür zeigte sich der Gemeinderat bei anderen Punkten abstimmungsfreudig:

Mitfinanzierung Park-&-Ride-Anlage Jenbach: Laut BM Hans Lintner habe man schon mehrfach überlegt, ob man sich an der Finanzierung beteilige. Wie berichtet, übernehmen 50 % der Kosten die ÖBB, 25 % das Land Tirol und die restlichen 25 % fallen für die Gemeinden an. Die Planungsverbände in den Bezirken Kufstein und Schwaz haben laut Ersatz-GR Karl Hamberger nun erreicht, dass die Hälfte der anfallenden Kosten für die Gemeinden mit den Mitteln aus dem Gemeindeausgleichsfonds gedeckt werden können. „Unser Teil beträgt 50.000 €", sagte BM Lintner. Die Beteiligung an den Kosten wurde von den Mandataren einstimmig beschlossen.

Solarbänke mit Ladestation: Der von GR Benjamin Kranzl gestellte Antrag wurde abgelehnt. Laut Umweltausschuss sei der Aufwand für die wohl beschränkt zu erwartende Nutzung zu hoch.

Bedarfsorientierte Ferienbetreuung: Die Stadtgemeinde bietet eine Betreuung in den Herbst- und Semesterferien sowie an Fenstertagen an, um speziell berufstätige Eltern zu entlasten. Dafür wird für Personalkostenförderung beim Land angesucht.