Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.10.2019


Bezirk Landeck

Gemeinde Ried lenkt bei neuer 110-kV-Freileitung ein

Tinetz und Gemeinde Ried konnten sich über die Freileitung aufs Sonnenplateau einigen. Die adaptierte Trasse wird nun neu eingereicht.

Die alte Freileitung führte über eine Wiese oberhalb von Ried und war damit sichtbar.

© Reichle, TinetzDie alte Freileitung führte über eine Wiese oberhalb von Ried und war damit sichtbar.



Von Matthias Reichle

Ried – Es knisterte und zwischendurch sprühten im Rieder Stromstreit auch die Funken. Am Donnerstagabend war von dieser Energie allerdings nicht mehr viel zu spüren. In seiner Sitzung hat der Gemeinderat der neuen 110-kV-Leitung von Ried aufs Sonnenplateau zugestimmt – einstimmig und ohne größere Diskussionen.

Wie berichtet, gab es seit Anfang des Jahres im Obergricht Widerstand gegen die geplante Freileitung – auch eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet. Grund für das Einlenken war nun eine Veränderung der Trasse im unteren Bereich. Dem gingen intensive Gespräche voraus – wie Bürgermeister Elmar Handle berichtete. Man habe sich für Variante A entschieden: Dafür werden nun zwei Mastenstandorte nach Norden verschoben. Die Freileitung verläuft künftig weitgehend im Wald oberhalb der Landesstraße und nicht wie in der alten Variante über Wiesen.

Zwei Masten wurden für die neue Trasse verschoben.
Zwei Masten wurden für die neue Trasse verschoben.
- Reichle, Tinetz

Gespräche mit den Behörden und den betroffenen Grundeigentümern hätten bereits stattgefunden, erklärten der Dorfchef und Vizebürgermeister Thomas Greiter. Diskutiert wurde in der Sitzung, unter welchen Nebenbedingungen zugestimmt werden soll und wie das weitere Prozedere ausschaut. Zum Beispiel, ob der Bürgermeister und der Vorstand gemeinsam den Dienstbarkeitsvertrag unterschreiben dürfen oder ob es dazu den Gemeinderat braucht. Der stimmte jedenfalls vorbehaltlich mehrerer Bestimmungen zu, dass der Tinetz diese Überspannungsrechte auf Gemeindegrund eingeräumt werden sollen. Durch die neue Trasse bekommt Ried allerdings auch weniger Entschädigung – statt 75.000 nur noch 25.000 Euro.

Froh, aber wenig überrascht war man seitens der Tinetz. „Auf Basis des angepassten Projekts werden wir die Pläne umgehend bei der Behörde neu einreichen und anschließend mit den Ausschreibungen beginnen, damit wir unmittelbar nach der Wintersaison mit den Bauarbeiten starten können“, erläutert Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder. Er hofft, die Leitung bereits im Dezember 2020 in Betrieb nehmen zu können.

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Neu sei die „neue Variante“ allerdings nicht. Sie war bereits im starkstromwegerechtlichen Verfahren Thema, wurde aber damals aufgrund von mehreren Sachverständigengutachten verworfen. „Wir haben diese Diskussion 2017 schon geführt“, erklärt der Tinetz-Chef. Man sei zuversichtlich, dass die Behörde dem neuen Projekt zustimmt.

Mit den Grundeigentümern seien die Verhandlungen positiv – „Unterschriften gibt es noch nicht“, so Rieder. Diese sollen aber bald folgen.