Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.10.2019


Bezirk Imst

Baulandumlegung in Stams erhält nicht von allen Applaus

Im Stamser Weiler Windfang entstehen 13 Baugrundstücke. Einer der Eigentümer fühlt sich zu lange hingehalten und ungerecht behandelt.

Auf diesem ehemaligen Freiland im Stamser Weiler Windfang entstehen die neuen Bauplätze.

© PaschingerAuf diesem ehemaligen Freiland im Stamser Weiler Windfang entstehen die neuen Bauplätze.



Von Alexander Paschinger

Stams – Jetzt könne man freilich nichts mehr tun – und die Sache sei wohl erledigt, meint Anton Köll. Fünf Jahre habe das Verfahren der Baulandumlegung im Stamser Weiler Windfang gedauert: „Zu lange. Inzwischen habe ich woanders bauen müssen.“ Und das alles, weil er von der Gemeinde hingehalten worden sei. Letztlich habe man auch noch eine Straße durch das Bauland projektiert, für die anteilig 360 m² insgesamt abgezwackt werden. Für den Stamser Bürgermeister Franz Gallop und seinen Gemeinderat stellt sich die Sache wiederum anders dar: Sie pochen darauf, dass nun eine saubere Lösung für die Schaffung von 13 Baugrundstücken auf dem Tisch liegt.

Alles hatte mit einem Nachlassverfahren in der Familie Köll begonnen. Anton erhielt ein neu geschaffenes Grundstück, die Zufahrt wäre für ihn über das Grundstück seines Bruders geregelt gewesen. „Der Bürgermeister hatte damals gemeint, dass das geht“, fühlt Köll sich hingehalten.

„Bei einem ersten Gespräch habe ich mir das auch vorstellen können“, sagt BM Gallop, „aber dann habe ich Rücksprache mit unserem Raumordner gehalten.“ Und damit habe sich die Sache doch anders dargestellt. Denn insgesamt sind es fünf große Freiland-Grundstücke, die als Bauerwartungsland in 12 bis 13 Grundstücke teilbar waren und deshalb einen Bebauungsplan brauchten. Jenes von Köll lag mittendrin. „Hätte der Eigentümer sein neues Haus so hineingesetzt, dann hätte es keine Zufahrt für die dahinterliegenden potenziellen Grundstücke gegeben.“

Köll hingegen ist und bleibt überzeugt, dass seine Varianten der Erschließung seines Grundstücks funktioniert hätten. „Das Land hätte das so nie akzeptiert“, antwortet Gallop, der Flächenverbrauch wäre doppelt so groß gewesen. Deshalb habe das Land letztlich eine Baulandumlegung mit Neuparzellierung nahegelegt. Und dafür sei die geplante Straße notwendig. Während Köll hier von einer „nicht notwendigen fünf Meter breiten Autobahn“ spricht, ist das für Gallop eine ganz klare und saubere Lösung.

Dass es nicht ohne eine solche Straße, die anteilig von den neuen Bauplätzen abgezogen wird, gegangen wäre, ist auch bei anderen Gemeinderäten in Stams unbestritten. „Wir sind da in Stams ein gebranntes Kind“, erinnert sich der oppositionelle GR-Mandatar Peter Thaler: Bei einer anderen Umwidmung hatte man einen Privatweg als Zufahrt für mehrere Häuslbauer angegeben. Die Grundstücke wurden daher bis an die Grenze bebaut – doch letztlich baten die neuen Hauseigentümer, den Weg doch ins öffentliche Gut zu übernehmen. „Das kam die Gemeinde teuer“, bestätigen Thaler und BM Gallop.

Für Köll bleibt dennoch ein fader Nachgeschmack: Denn für seine eigenen Bedürfnisse dauerte alles zu lang – er hat seinen Heimatort verlassen und wohnt mittlerweile im Unterland. Gallop meint hingegen: Bei einer rascheren Einigung mit den Grundeigentümern – und damit auch mit Köll – „wäre das Verfahren schon vor zwei Jahren abgeschlossen gewesen“.




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