Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.10.2019


Osttirol

Zurückhaltung in Lienz: Keine Rentiere für den Advent

Nach Diskussionen im Hochsommer setzt die Stadt Lienz bei der Adventbeleuchtung weiterhin auf Zurückhaltung. Die einheitliche Dekoration kostet 93.000 Euro.

Ein einheitliches und dezentes Lichterdach wie in der Rosengasse erwartet die Menschen ab heuer in den Einkaufsstraßen der Lienzer Innenstadt.

© Stadt Lienz/Profer&PartnerEin einheitliches und dezentes Lichterdach wie in der Rosengasse erwartet die Menschen ab heuer in den Einkaufsstraßen der Lienzer Innenstadt.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Die Lienzer Innenstadt hätte sich in der Weihnachtszeit in einen bunten, aufgeregt blinkenden Figurenwald verwandeln können. Zumindest haben sich außerordentlich viele Anrainer im heurigen Hochsommer an einem Diskussionsprozess beteiligt, in welcher Form man die Weihnachtsbeleuchtung neu gestalten und auf weitere Straßen erweitern könnte. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, welches Getier da tatsächlich zur Diskussion stand“, berichtete Bürgermeisterin Elisabeth Blanik in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Es habe große Überredungskunst gebraucht, um vieles davon hintanhalten zu können. „Ich kenne diese Vorschläge“, bestätigte Gemeinderat Uwe Ladstätter. „Umso mehr bin dankbar, dass es keine kletternden Weihnachtsmänner und Jahrmarktsgirlanden geben wird.“ Man habe sich gemeinsam doch durchgerungen, die ansprechende und unaufdringliche Beleuchtung, wie man sie bereits aus der Rosengasse kennt, in der Stadt auszuweiten, erklärte GR Christian Steininger. „Es soll schließlich nicht die Beleuchtung im Mittelpunkt stehen, sondern unsere charmante Stadt.“

Die Schweizer- und die Muchargasse, die Messing-, Zwerger- und die Kreuzgasse sowie die Ägidius-Pegger-Straße werden heuer erstmals im bekannten Design der Rosengasse illuminiert. Vorhandene Lichterketten modernisiert die Stadt auf energiesparende LED-Varianten. Die Kosten dafür und für alle Neuanschaffungen belaufen sich ohne Steuern insgesamt auf 93.000 Euro. 20 Prozent davon trägt der Verein der Innenstadtkaufleute, den Rest übernehmen der Verein Stadtmarketing und der Tourismusverband Osttirol zu jeweils gleichen Anteilen.

Auf Vorschlag von Christian Zanon, der auch neuer Obmann des Vereins Stadtmarketing ist, wird heuer erstmals die Tiroler Straße in die Dekoration mit einbezogen. „Der Durchzugsverkehr soll so darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich in nur 50 Metern Luftlinie eine wunderschöne Altstadt befindet, die auch ein Einkaufseldorado zu bieten hat“, formulierte Steininger die Intention dahinter. Entstehen soll gleichzeitig ein dezentes Kundenleitsystem, das ohne blinkende Rentiere auskommt.

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