Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.10.2019


Innsbruck

Stadt Innsbruck: Kosten für Personal steigen weiter

Zwar muss die Personalabteilung sparen – das Budget für die 1731 städtischen Mitarbeiter wächst aber weiter kräftig.

Posierten für das obligate Pressefoto: BM Georg Willi und Personalchef Ferdinand Neu (v. l.).

© IKMPosierten für das obligate Pressefoto: BM Georg Willi und Personalchef Ferdinand Neu (v. l.).



Von Marco Witting

Innsbruck – Sparen. Spare­n. Sparen. Das predigt BM Geor­g Willi (Grüne) eigentlich seit seinem Amtsantritt. Auch wenn die politischen Auffassungen darüber, wie gut oder schlecht Innsbruck finanziel­l jetzt dasteht, weit auseinandergehen: Der Sparkurs ist beinharte Budgetrealität. Das betrifft auch die Personalabteilung. Eine Sparvorgabe von 1,25 Millionen Euro erhielt Personalchef Ferdinand Neu von Willi. Doch bei 124 Millionen Personalbudget und jährlich 3 bis 4 Prozent Kostensteigerungen durch Kollektivvertragserhöhungen und Vorrückungen wird das Budget weiter kräftig wachsen.

124 Millionen Euro gibt die Stadt heuer für ihre 1731 Mitarbeiter aus. Ein Drittel des Gesamtbudgets. Und damit, so waren sich gestern BM Will­i und Personalchef Neu einig, könne man weder mit der Besoldung des Landes und schon gar nicht mit der freien Wirtschaft mithalten. „Es ist so, dass in Tirol so gut wie Vollbeschäftigung herrscht und wir uns teilweise schwertun, geeignete Arbeitskräfte zu finden“, erklärte Neu. Deshalb stehe eine Besoldungsreform an. Diese soll höhere Einstiegsgehälter bringen, die Steigerungen für die Mitarbeiter sollen über die Jahre dann aber geringer ausfallen. Doch das wird speziell zu Beginn die Stadt noch einmal mehr Geld kosten. „Einführungskosten“ nennt Neu das. Ob es dafür den politischen Willen gibt? BM Willi: „Es ist nicht die Frage des Wollens, sondern eher des Müssens.“ Nur so könne die Stadt weiterhin zu qualifizierten Mitarbeitern kommen.

„Intelligentes Sparen“ stehe für Neu im Vordergrund, wenn es darum geht, die Budgetvorgaben zu erfüllen. „Wir wollen nicht wie mit einem Rasenmäher über alle Bereiche drüberfahren.“ Größter Kostentreiber sei ganz klar der „pädagogische Bereich“. Und gerade hier könne es schon von den gesetzlichen Vorgaben her keine Personalkürzungen geben.

Knapp über die Hälfte der städtischen Mitarbeiter sind übrigens weiblich – insgesamt mittlerweile 889. „Als Gleichbehandlungsbeauftragte der Stadt Innsbruck sehe ich es als Erfolg der jahrelangen und aktiv betriebenen Frauenförderpolitik, dass heute ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Mitarbeiterschaft erreicht ist. Dass sich dieser Ausgleich auch in den Führungspositionen widerspiegeln wird, ist nur noch eine Frage der Zeit“, kommentiert Monika Erharter. Rückläufig ist die Zahl der Beamten. Gab es 2014 davon noch 12 Prozent im Magistrat, sind es jetzt nur noch 7,3 Prozent.

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