Letztes Update am Mi, 23.10.2019 13:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein

NS-Zitate: Kundler Wirt und FPÖ-Mandatar wegen „Raucherfete“ verwarnt

Ein Wirt und FPÖ-Gemeinderat fragte angesichts des kommenden Rauchverbots auf Facebook: „Wollt ihr das absolute Rauchverbot?“ Die FPÖ sieht von einem Ausschluss ab. Der Funktionär habe den NS-Zusammenhang nicht gekannt.

(Symbolfoto)

© HELMUT FOHRINGER / APA(Symbolfoto)



Kundl — Für Aufregung sorgt ein Wirt in Kundl, der auch örtlicher FPÖ Gemeinderat ist. Er hat eine in seinem Lokal für 25. Oktober stattfindende „Raucherfete" mit an Zitaten des NS-Regimes angelehnten Sprüchen beworben.

Die Facebook-Seite „FPÖ Fails" hatte den Fall aufgedeckt. Nach dem Motto „Wollt ihr das absolute Rauchverbot?" lässt GR Oswald Rofner seinen Unmut gegenüber dem ab 1. November geltenden Rauchverbot freien Lauf. Diese Aussage ähnelt jedoch der Rede von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, als er zwei Wochen nach der Niederlage in Stalingrad 1943 die berüchtigte Frage gestellt hat „Wollt Ihr den totalen Krieg?". Außerdem verwendete Rofner in seiner Einladung noch Adolf Hitler zugeschriebene Zitate.

Hintergrund für die Raucherfete ist die seit Wochen anhaltende Kritik der FPÖ am Rauchverbot. Gegenüber der FPÖ bedauerte Rofner die Bewerbung seiner Party mit derartigen Sprüchen.

FPÖ erteilt Funktionär Verwarnung

Die FPÖ beriet noch am Dienstagabend. Am Mittwoch teilte die Bezirkspartei in einer Aussendung mit, dass nach Gesprächen mit Rofner, der Ortspartei und Personen aus dem Umfeld des Gemeinderats „klar ausgeschlossen werden" könne, dass Rofner „sich in solchen Kreisen bewegt oder solch ein Gedankengut in sich trägt". Rofner habe glaubhaft darlegen können, „dass er keinerlei Kenntnisse um den Ursprung des Zitates hatte und umgehend das Posting löschte, nachdem ihm dies bekannt wurde". Der Wirt und Gemeindepolitiker habe aufrichtig sein Bedauern geäußert.

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Von einem Ausschluss wird abgesehen, die Partei belässt es bei einer Verwarnung. Da Rofner in der Vergangenheit nie negativ aufgefallen sei, werde ihm von FP-Bezirksobfrau Carmen Schimanek „die Gelbe Karte gezeigt", hieß es in der Aussendung. Gerade als Gemeinderat und Ortsparteiobmann wäre Rofner „angehalten gewesen, einen höheren Sorgfaltsmaßstab anzuwenden", tadelte Schimanek. „Als Funktionär einer Partei und als gewählter Mandatar trägt man eine besondere Verantwortung, die auch im beruflichen und privaten Bereich mitschwingt." (pn, TT.com)

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