Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.10.2019


Bezirk Landeck

Dorf ohne Saal denkt

über seine Zukunft nach

Projekt „Rio 2030“ steht für die Herausforderung, wie Ried im Oberinntal in zehn Jahren aussehen soll. Arbeitsgruppe nimmt das Heft in die Hand.

Das mehr als 700 Jahre alte Schloss Sigmundsried soll als regionales Kulturzentrum weiter wachsen.

© WenzelDas mehr als 700 Jahre alte Schloss Sigmundsried soll als regionales Kulturzentrum weiter wachsen.



Ried im Oberinntal – „Die Bevölkerung wächst, wir haben wieder mehr Kindergarten- und Volksschulkinder“, weiß Elmar Handle, Bürgermeister im 1270-Seelen-Dorf Ried. Was dem Dorf fehlt, ist ein Veranstaltungssaal. Man treffe sich im Gemeindeamt oder in der Feuerwehrhalle. Dieses Manko war laut Handle der Auslöser für das längerfristige Gemeindeprojekt „Rio 2030“ – in enger Zusammenarbeit mit dem Land bzw. mit der Dorferneuerung Tirol.

„Rio“ hat freilich nichts mit Brasilien zu tun – es steht für Ried im Oberinntal. 2030 stellt den zeitlichen Horizont des Dorfentwicklungsprozesses dar. Dazu hat die Gemeinde eine Arbeitsgruppe eingerichtet sowie die Prozessbegleiterinnen Gudrun Sturm und Brigitte Noack beauftragt.

„Wichtig ist uns eine möglichst große Beteiligung der Bevölkerung und unserer Vereine“, hob der Bürgermeister hervor. Ideen sollen, so Handle, zu machbaren Projekten aufbereitet, bewertet und in einer Prioritätenliste gereiht werden. Man investiere „Hirnschmalz“ mit dem Ziel, Ried zukunftsfit zu machen und bestmögliche Lebensqualität zu bieten.

Neben Basisthemen wie Wohnen, Arbeiten, Dorfleben, Kultur und Freitzeit will man sich auch mit Herausforderungen zum Klimawandel und zur Energieversorgung beschäftigen. Dem Verein Sigmundsried sei es zu verdanken, dass Kultur in Ried überregionale Beachtung finde. Handle sieht rund um das 700 Jahre alte Schloss „noch viel Potenzial zur Weiterentwicklung“. Ried solle als Kulturzentrum im Obergricht identifiziert werden.

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Auch zum Thema Landwirtschaft und zur Zukunft der Dorfsennerei sollen Perspektiven entwickelt werden. Die Herausforderung erläutert der Dorfchef so: „Wir haben etwa 20 aktive Bauern mit Viehhaltung. Ich hoffe, dass wir unsere landwirtschaftlichen Strukturen erhalten können und nicht Landschaftspfleger beschäftigen müssen.“ Die Sennerei verarbeite Milch jener Bauern, die kein Kontingent bei der Tirol-Milch haben. An einer Umstrukturierung dieses gemeindeeigenen Betriebes führe kein Weg vorbei. Potenzial zur Weiterentwicklung gebe es auch rund um die größte Freizeiteinrichtung im Dorf, den Rieder Badesee.

Den Marktplatz der Ideen bietet übrigens die „Rio Oase“ auf Schloss Sigmundsried, die am 14./15. November von 18 bis 21 Uhr geöffnet ist. (hwe)




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