Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.10.2019


Osttirol

Gesundheit und Pflege verbinden

Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg präsentierte in Lienz Ergebnisse der Evaluierung des Strukturplanes Pflege.

Bernhard Tilg (Gesundheitslandesrat): „Wir richten flächendeckend Beratungsstellen ein. Denn die Pflege Angehöriger kommt oft über Nacht.“

© Christoph BlassnigBernhard Tilg (Gesundheitslandesrat): „Wir richten flächendeckend Beratungsstellen ein. Denn die Pflege Angehöriger kommt oft über Nacht.“



Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Strukturplan Pflege des Landes Tirol dient seit 2012 als zehnjähriges Planungsinstrument, das nicht zuletzt die längerfristige Finanzierung sicherstellen soll. Nach fünf Jahren, also 2017, haben die Verantwortlichen mit einer geplanten Evaluierung begonnen. Dieser Prozess ist abgeschlossen. Der zuständige Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und Kathrin Eberle, Leiterin der Landesabteilung Soziales, touren derzeit durch alle Bezirke, um die Ergebnisse dieser Erhebungen vorzustellen.

„Der Bezirk Lienz ist nach wie vor gut aufgestellt“, lautete das grundsätzliche Urteil des Landesrates vor Medienvertretern gestern in Lienz. Anwesend waren auch Bezirkshauptfrau Olga Reisner und die drei Obmänner der Planungsverbände Andreas Köll, Josef Mair und Matthias Scherer.

Die Vorgabe von 450 Plätzen in der Langzeitpflege – also in Wohn- und Pflegeheimen – bis zum Jahr 2022 zu schaffen, ist in Osttirol bereits erfüllt. Das Ausbauprogramm für den Bezirk verlangt jedoch nach zehn neuen Plätzen in der Kurzzeitpflege (bisher bestehen fünf). Gemeint sind damit Einheiten, die für die Dauer von bis zu drei Wochen vorübergehend in Anspruch genommen werden können – etwa wenn pflegende Angehörige selbst erkranken, auf Urlaub sind oder auf Kur.

14 Plätze in der Übergangspflege und zehn in der Schwerpunktpflege sind laut dem Strukturplan gänzlich neu einzurichten. „Weil die notwendigen Strukturen zum Teil erst geschaffen werden müssen, haben wir den zeitlichen Rahmen dafür bis zum Jahr 2025 erweitert“, erklärte Tilg. Köll forciert dazu den Bau einer eigenen Schwerpunkt- und Übergangspflegestation in Lienz, die im Krankenhausgarten entstehen und an das Spital durch einen unterirdischen Gang angebunden werden könnte.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Stark ausbauen wollen wir die Tagespflege sowie betreutes Wohnen“, schilderte der Gesundheitslandesrat. Ein Beispiel für eine Tagespflege ist die Sprengelstube in Abfaltersbach. Betreutes Wohnen, wie es in Matrei zwischen dem Wohn- und Pflegeheim und einer Wohnanlage der Osttiroler Siedlungsgenossenschaft OSG bereits besteht, soll bis 2022 von derzeit 14 Plätzen auf 66 mehr als vervierfacht werden. Einen Ausbau der Betreuungsstunden in den Sozialsprengeln sieht das Land ebenfalls vor, um rund ein Viertel auf knapp 200.000 Betreuungsstunden.

„Die Bereiche Gesundheit und Pflege beabsichtigen wir aneinander heranzuführen, um Synergien zu nutzen“, legte Tilg grundsätzlich dar. Zum Beispiel sollen Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes verstärkt ambulant Behandlung finden, um die stationären Einrichtungen zu entlasten. In zwei Jahren will das Land flächendeckend Beratungsstellen betreiben (Care Management genannt), die Hilfesuchende umfassend unterstützen sollen. „Denn die Pflege Angehöriger kommt oft über Nacht.“




Kommentieren


Schlagworte