Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.10.2019


Bezirk Reutte

Regionalentwicklung Außerfern wünscht sich „Leise Fahrer“

Das Führungsteam der Regionalentwicklung Außerfern wurde vom Vorstand für weitere drei Jahre bestätigt. Das Außerfern will Klima- und Energiemodellregion werden und Motorenlärm bekämpfen.

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© REA



Höfen – Der Höfener Bürgermeister und frühere Obmann der Regionalentwicklung Außerfern (REA), Vinzenz Knapp, war kürzlich Gastgeber der jüngsten REA-Vorstandssitzung. Knapp vertritt nach wie vor den Planungsverband Reutte und Umgebung in diesem Gremium. Auf der Tagesordnung stand die Neuwahl der Führungsmannschaft. Dabei wurde das aktuelle Team rund um Obmann BM Alois Oberer für weitere drei Jahre einstimmig bestätigt. Obmannstellvertreter ist weiterhin Armin Walch, Kassier bleibt Alexander Trs und Schriftführer Michael Keller. REA-Geschäftsführer und Regionalmanager ist Günter Salchner. Dem Vorstand gehören zudem Vertreter aller Planungs- und Tourismusverbände, der Kammern, des AMS Reutte sowie Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf, Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und NR Elisabeth Pfurtscheller an.

Eine wichtige Aufgabe des Vorstands ist die Auswahl von Projekten, die eine EU-Förderung aus dem Programm Leader erhalten sollen. Beschlüsse gab es diesmal für eine Kampagne des TVB Tannheimer Tal zur Einbindung der Bevölkerung in die Tourismusentwicklung und zur Verbesserung der Tourismusgesinnung. Eine Unterstützung gibt es zudem für den Aufbau eines E-Car-Sharing-Angebots in den Gemeinden Reutte und Lechaschau sowie für einen Radrastplatz am Fernradweg Via Claudia Augusta gleich neben dem TVB-Büro in Reutte. REA selbst erhält Förderungen für weitere Maßnahmen der politischen Bildung in Zusammenarbeit mit den Schulen.

Neben den Projektentscheidungen diskutierte der Vorstand über wichtige strategische Bezirksthemen. Einmal mehr stand dabei das Thema Motorenlärm auf der Agenda. Salchner informierte über die Kampagne „Silent Rider“ (zu deutsch „Leise Fahrer“, www.silent-rider.de), die von deutschen Gemeinden kürzlich ins Leben gerufen wurde. Auch österreichische Gemeinden sind eingeladen, sich dieser Kampagne anzuschließen. Zentrales Anliegen ist die Durchsetzung eines politischen Forderungskatalogs. Dabei geht es unter anderem um die Einführung eines wirksamen Lärmschutzgesetzes, um ein neues Zulassungsverfahren für Motorräder, härtere Strafen bei Auspuffmanipulationen und die Einführung eines Frontkennzeichens.

Salchner regte zudem an, die Themen Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger weiter zu forcieren. „Gerade im Bereich Photovoltaik in Verbindung mit intelligenten Speichern liegen noch vielversprechende Potenziale“, weiß Salchner. In der EU-Förderpolitik für die kommende Programmperiode 2021–2027 gewinnt der Klimaschutz eine noch stärkere Bedeutung. Um hier gut aufgestellt zu sein, empfahl Salchner eine Bewerbung als Klima- und Energiemodellregion (KEM). KEM-Gemeinden steht ein Energie-Manager zur Verfügung, der mit ihnen Projekte entwickelt und für sie Förderanträge aufsetzt. Treibende Kräfte hinter einer solchen Bewerbung sind die e5-Gemeinden Reutte und Holzgau. Mittlerweile schlossen sich 30 der 37 Außerferner Gemeinden der Bewerbung an. Die Entscheidung für die Auswahl treffen Experten des Klima- und Energiefonds Ende November. In Österreich gibt es bereits 95 KEM, in Tirol sind es bislang vier. Die Regionalentwicklung unterstützte die Gemeinden bei der Antragstellung. Beratend zur Seite standen die Imster KEM-Managerin Gisela Egger und Energie-Tirol-Mitarbeiter Lukas Weiss. (TT, hm)




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