Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.10.2019


Bezirk Schwaz

Achensee- und Zillertalbahn bald unter gemeinsamem Dach?

Hörl bestätigt Gespräche, wonach Zillertalbahn und Achenseebahn fusioniert werden könnten. Zukunft der Zahnradbahn bleibt ungewiss.

Eine Saison mit etlichen Pannen beendet am Wochenende die Achenseebahn, die derzeit wieder zwei einsatzfähige Loks hat.

© ZwicknaglEine Saison mit etlichen Pannen beendet am Wochenende die Achenseebahn, die derzeit wieder zwei einsatzfähige Loks hat.



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Hinter vorgehaltener Hand ist schon seit Monaten von einer Zusammenlegung von Achenseebahn und Zillertalbahn die Rede. Und auch bei der Abschlussfahrt der Achenseebahn, die ein schwieriges Betriebsjahr hinter sich hat, machte das Gerücht erneut die Runde. Und immer wieder hieß es, dass das der Wunsch des Landes sei.

„Ja, wir sind im Gespräch, eine große Freude habe ich damit aber nicht“, sagte gestern Franz Hörl, der Aufsichtsratsvorsitzende der Zillertalbahn. Aber es wäre eine regionale Sache, der man sich nicht verschließen könne, setzt er nach. „Beschlüsse im Aufsichtsrat gibt es dazu aber noch keine, denn etliche Details sind noch zu klären“, betont Hörl. Und ein Insider meint: „Es braucht dazu eine Holding über die Gesellschaften, die jeweiligen Beschlüsse der Hauptversammlungen der Bahnen sowie Satzungsänderungen beider Aktiengesellschaften.“ Bis das über die Bühne ist, sei wohl mit gut neun Monaten zu rechnen. Und zudem brauche es in dieser Sache jemanden beim Land, der den Takt vorgibt.

Mit viel Elan hatten sich in den vergangenen Monaten Heino Seeger von der Tegernsee-Bahn und Gunter Mackinger, der ehemalige Verkehrsdirektor der Salzburg AG, um den Fortbestand der Bahn bemüht. Ihnen war es auch ein besonderes Anliegen, das gestörte Verhältnis mit der Achenseeschiffahrt zu kitten. Bei der Abschlussfahrt wurden an die Schiffahrts-Chefs Georg Tollinger und Lisa Juen Blumensträuße und eine Stärkung für die Mannschaft überreicht. „Auf eine gute Zusammenarbeit!“, rief Tollinger, als sich das Schiff „Stadt Innsbruck“ und die zwei Loks der Achenseebahn zum Saisonschluss in Seespitz lautstark verabschiedeten.

Heino Seeger von der Tegernsee-Bahn (links) und der Salzburger Gunter Mackinger engagierten sich für die Achenseebahn.
Heino Seeger von der Tegernsee-Bahn (links) und der Salzburger Gunter Mackinger engagierten sich für die Achenseebahn.
- Zwicknagl

„Was ab dem 1. Jänner passiert, wissen wir nicht“, betonten Seeger und Mackinger in einem TT-Gespräch. Das Ziel sei es aber, im nächsten Jahr mit drei Loks ausrücken zu können. „Jedenfalls scheint die bisherige Feuerwehraktion gelungen zu sein“, meint der Tegernseer Betriebsleiter, der die gute Zusammenarbeit mit der Eisenbahnbehörde lobt. Aus der Krise sei die Bahn noch lange nicht, aber das Fieber habe sich gesenkt.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Jedenfalls müsste rasch eine neue Antriebswelle für eine Lok beschafft werden, da eine heuer zu Bruch ging. Mit dem Wellenbruch befasse sich auch die Technische Universität in Graz. Dass an der Flachstrecke zwischen Eben und Seespitz viel zu tun sei, sei ein Dauerbrenner. Die Rede ist schon lange von einem Kostenaufwand von 3,5 Millionen Euro. Woher das Geld kommen soll, ist fraglich.