Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.10.2019


Innsbruck

Der Busparkplatz — und wieder gehen die Wogen in Innsbruck hoch

Nächster Akt im Streit um den Busparkplatz: Die Aufregung über die jetzt vorliegenden Verträge ist groß.

© Linda RieserNächster Akt im Streit um den Busparkplatz: Die Aufregung über die jetzt vorliegenden Verträge ist groß.



Ein Wort, das in der Innsbrucker Stadtpolitik für Schnappatmung sorgt: Busparkplatz. Die Meldung, dass die von BM Georg Willi ausgehandelten Verträge der Bundesgärten jetzt im Bürgermeisterbüro vorliegen, die ließ gestern bei den Oppositionsparteien den Puls nach oben gehen. Dort, wo der Vertrag vergangene Woche eingelangt ist, versteht man die Aufregung unterdessen nicht. Denn der Vertrag ist nur einseitig von den Bundesgärten unterschrieben. Die eigentliche Diskussion, wo in Hinkunft in Innsbruck Urlauberbusse parken sollen, wird wohl in der Koalition erst noch zu führen sein. Das könnte durchaus spannend werden, wie die ganz unterschiedlichen Positionen in der Koalition im Sommer ja schon gezeigt haben.

Die Opposition machte jedenfalls ihre Standpunkte klar. Die Alternative Liste Innsbruck solidarisierte sich in ihrer Aussendung mit den Anrainern des Hofgartens und sprach sich strikt gegen den geplanten überirdischen Busparkplatz auf dem Areal der Bundesgärten aus.

Das Team Gerechtes Innsbruck forderte eine sofortige Offenlegung des Vertrages zur Verlegung. GR Gerald Depaoli sieht diesbezüglich für Willi schon die „nächste Niederlage" am gemeinderätlichen Horizont. Als „Zubetoniere­r" sieht FPÖ-Stadtrat Rud­i Feder­spiel die Grünen in Innsbruck. Federspiel fordert wiederholt die Busgarage im Zentrum der Stadt ein, damit die Grünflächen erhalten bleiben. Er sprach in Richtung der Grünen auch von einem „klimapolitischen Pharisäertum". Ähnlich sieht es Tom Mayer, Gemeinderat der Liste Fritz. Er nennt Willi einen „Betonierweltmeister", der die letzte Grünfläche aus Innsbruck vertreibe. Ein Übergehen der Entscheidungsgremien ist für NEOS-GR Julia Seidl ein „No-Go". Und SPÖ-NR Selma Yildiri­m sieht im Busparkplatz auf dieser Fläche weiter einen „Widerspruch zum Klimaschutz" und will deshalb die Fläche weiterhin so erhalten. (TT, mw)