Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.10.2019


Innsbruck-Land

Vorschlag für Radweg zwischen Mils und Baumkirchen stößt auf Ablehnung

Die Milser Grünen regen an, einen bestehenden Feldweg zwischen Mils und Baumkirchen als Rad- und Fußweg zu adaptieren. Die Ortschefs winken ab.

Teilweise ist der Feldweg, der in der Realität teils anders verläuft als im Tiroler Rauminformationssystem ersichtlich, kaum noch erkennbar.

© LeitnerTeilweise ist der Feldweg, der in der Realität teils anders verläuft als im Tiroler Rauminformationssystem ersichtlich, kaum noch erkennbar.



Mils, Baumkirchen – Der Milser Gemeindevorstand Josef Leiner (Treffpunkt Mils – Die Grünen) ist sauer. Er fühlt sich von BM Peter Hanser (Gemeinsam für Mils) seit Jahren „massiv ausgebremst“, was alternative Verkehrslösungen angehe. Jüngster Anlass ist ein existierender Feldweg von Mils nach Baumkirchen, der zwischen der Waldgrenze und der Straßenverbindung (bei der Steinbrücke) verläuft. Dieser Weg könnte gut als direkte Rad- und Fußwegverbindung zwischen den Gemeinden adaptiert werden, findet Leitner – schließlich befinde er sich sowohl auf Milser als auch auf Baumkirchner Seite im öffentlichen Gut und wäre ca. zwei Meter breit. Aktuell sei leider teilweise nur noch ein fast zugewachsener Pfad erkennbar – „aber man könnte den Weg einfach aufschottern“, so Leitner. Das habe er schon vor einem Jahr im Zuge der geplanten Radwegoffensive im Raum Hall angeregt.

In Absprache mit dem Verkehrsausschussobmann sei vor der ersten Ausschusssitzung im Oktober eine Besichtigung vor Ort vereinbart gewesen. „Ich habe den Bauamtsleiter gebeten, dass er den Verbindungsweg ausstecken möge, damit wir uns ein gutes Bild von der Situation machen können.“ Doch BM Hanser habe den Punkt nicht auf die Tagesordnung nehmen wollen, ärgert sich Leitner. Und dies sei nur ein Beispiel. Auch sonst gebe es in Sachen Radwegausbau fast nur „Lippenbekenntnisse“, aber keine Taten.

BM Hanser widerspricht klar: „Ich halte die Idee nicht für gut und werde sie auch nicht in den Gemeinderat bringen.“ Er sei den Feldweg selbst abgefahren, dieser sei ungeeignet: Bei einer Steilstufe müsse man das Rad schieben, zudem führe er durch ein Grundstück, das von einem Bauern per Elektrozaun abgegrenzt und als Tierweide genützt werde. Generell sei der ursprüngliche Weg verlegt worden und führe auf Baumkirchner Gebiet nur zum Teil durch öffentliches Gut.

Das bestätigt BM Josef Schindl: Durch die stellenweise Verlegung befinde sich der Weg „in der Natur nicht im öffentlichen Gut“. Ihn zurückzuverlegen, sei nicht mehr möglich, in Gesprächen mit dem Grundbesitzer habe man „auf Granit gebissen“.

Hanser weist darauf hin, dass eine Radwegverbindung am Inn in Planung sei, um die nötige naturschutzrechtliche Bewilligung habe die Gemeinde bereits angesucht. Und auch an die „Fahrradstraße“, die künftig in der Kaiser-Max-Straße in Hall starten wird, werde man von Mils aus mit einem Mehrzweckstreifen anschließen. Schindl wiederum wünscht sich in Sachen Radwegausbau eine „bessere Absprache“ zwischen Hall und Wattens und eine „regionsübergreifende Lösung“. (md)