Letztes Update am Mi, 30.10.2019 06:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hintergrund

Flughafen Innsbruck: Mehr Schadstoffe, höhere Landegebühr?

Der Innsbrucker Bürgermeister Willi soll die Ökologisierung der Landegebühren am Flughafen andenken lassen. Deren Höhe könnte sich in Zukunft auch an den Emissionen der Flugzeuge orientieren.

Landungen in Innsbruck könnten für Airlines bald teurer sein. (Symbolfoto)

© Thomas BöhmLandungen in Innsbruck könnten für Airlines bald teurer sein. (Symbolfoto)



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Seit 15 Jahren werden am Flughafen Innsbruck bereits lärmabhängige Landegebühren eingehoben. Nun könnte den Airlines auch noch eine emissionsbezogene Pönale ins Haus stehen. Im Büro von Bürgermeister Georg Willi (Grüne) soll so ein Vorstoß bereits in Vorbereitung sein, heißt es. Für den Terminalneubau fordern die Grünen indes die Herausgabe neuer Unterlagen ein.

Der Flughafen Stuttgart ist vorgeprescht. Seit 1. Juli ist dort eine neue Entgeltordnung gültig. Flugzeuge, die landen und alternative Kraftstoffe verwenden, zahlen weniger. Stuttgart wird von einem grünen Bürgermeister regiert. Innsbruck auch. Und auch dem hiesigen Flughafen könnten Änderungen bei den Landegebühren ins Haus stehen.

Wie gut informierte Kreise bestätigen, soll Bürgermeister Georg Willi eine Ökologisierung der Landegebühren in seinem Büro andenken lassen. Soll heißen: Die Höhe der Landegebühren könnte sich in Zukunft auch an den Emissionen der Flugzeuge orientieren. Als erster und bis dato noch einziger Flughafen Österreichs hebt der Innsbrucker Airport seit dem Jahre 2004 lärmabhängige Gebühren ein. Der Erfolg ist belegt. Die richtig lauten Flugzeuge fliegen nicht mehr die Landeshauptstadt an. Das Ganze musste jedoch aufkommensneutral gestaltet werden. Soll heißen: Leisen Fliegern werden reduzierte Gebühren verrechnet. Dieses Prinzip, so heißt es, müsste wohl auch bei emissionsabhängigen Landegebühren angewandt werden.

Sollte Willi diesen Vorstoß wagen, bräuchte er den Sanktus des Flughafen-Aufsichtsrates. Dort sitzen Vertreter der Eigentümer. Also IKB, Land und Stadt. Letztlich muss aber die Oberste Zivilluftfahrbehörde – das Verkehrsministerium – zustimmen.

Für die Grünen könnte die Einführung von umweltfreundlichen Landegebühren ein Argument sein, dem angezweifelten Investitionspaket des Flughafens (rd. 160 Mio. Euro) – die TT berichtete – leichter zuzustimmen. Während die Pistensanierung außer Frage steht, zweifeln sie das Ausmaß des Terminalneubaus vehement an.

So forderten die Stadt-Grünen gestern die Herausgabe aller Ausschreibungsunterlagen zum geplanten Architekturwettbewerb an. Dem werde man gerne nachkommen, hieß es dazu gestern von Seiten der Flughafenführung.