Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 01.11.2019


bezirk Kufstein

Behörden-Karussell: Freizeitpark Oberau hängt fest

Der Drachenpark in Wildschönau dreht sich im Behörden-Karussell. Der für heuer angepeilte Start für den Alpine Coaster ist nicht mehr möglich.

TVB-Obmann Michael Unger am Riedlhang mit Blick auf Oberau. Eigentlich sollten bereits die Schlitten nach unten brausen.

© SilberbergerTVB-Obmann Michael Unger am Riedlhang mit Blick auf Oberau. Eigentlich sollten bereits die Schlitten nach unten brausen.



Von Wolfgang Otter

Wildschönau – Heuer im Winter hätten bereits die ersten Besucher mit den Schlitten in die Tiefe sausen sollen: Der Alpine Coaster wäre die erste Attraktion des neuen Freizeitparks Drachental in Wildschönau/Oberau gewesen. Bestellt ist er bereits, aber die Realisierung des Fünf-Millionen-Euro-Projekts ist zäher als von den Planern gedacht.

Der Drachenpark beschäftigt seit Jahren den umtriebigen Wildschön­auer Tourismusverbands­obmann Michael Unger. Dabei musste er große Hürden nehmen, wegen Besitzverhältnissen auch umplanen. Vorgesehen wäre neben einer rund zwei Kilometer langen Schlittenbahn (Alpine Coaster) vom so genannten Riedlhang in Oberau ins Tal noch ein Kunsteislaufplatz für den Winter, außerdem soll der Schießhüttl-Lift weiter in Betrieb bleiben. Im Sommer kommen noch ein Spiele-See, Abenteuerspielplatz, Bag-Jump, Motorik Parcours & Bouldersteine, 4D-Kino, Drachenflug, Wildwasserweg, Bike Trail, Kartstrecke und ein Pump Trail dazu.

Das Ganze bedingt eine äußerst komplexe Genehmigungslage, wie der TVB-Obmann feststellen musste. „Es gibt da viele Detailfragen abzuklären“, sagt Unger. So viele, dass es kürzlich zu einem runden Tisch in der Bezirkshauptmannschaft Kufstein kam. „Wir müssen hier Naturschutz, Gewerbe- und Wasserrecht und Forstrecht zusammenführen“, erklärt Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer. Das Zusammenspiel der Rechtsmaterien ist für uns tägliches Brot“, so Platzgummer, aber das Projekt sei „eine Herausforderung“, da die Betreiber auf eine Eröffnung drängen.

An und für sich sieht er aber kein unüberwindbares Problem – vorausgesetzt, „es wird eine genehmigbare Planung eingereicht“, sagt Platzgummer. Und da scheinen noch Details offen, da muss ständig nachgebessert werden. Besonders die Entwässerung. Wann also die ersten Schlitten zu Tal sausen können, ist offen. Unger hofft noch auf einen Start im Frühjahr. Das Geld hat Unger auch schon zusammen. Dabei konnte er auf die Wildschönauer Bevölkerung bauen, die 1,2 Mio. Euro an Anteilen zeichnete, 600.000 Euro kommen von der Gemeinde, den Rest stemmen Tourismusverband und Land.

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