Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 04.11.2019


Politik in Kürze

29.165 Unterschriften gegen Gletscher-Ehe

Gegen einen Zusammenschluss von Pitz- und Ötztaler Gletscher werden Unterschriften gesammelt. Ein ganzer Gipfel werde gesprengt.

© EstermannGegen einen Zusammenschluss von Pitz- und Ötztaler Gletscher werden Unterschriften gesammelt. Ein ganzer Gipfel werde gesprengt.



Bis gestern Abend hat die Oberländer „Bürgerinitiative Feldring" 29.165 Unterschriften gegen einen Zusammenschluss des Pitztaler und des Ötztaler Gletschers gesammelt. „Der Tourismus in Tirol braucht einen Paradigmenwechsel", glaubt der Initiator der Petition, Gerd Estermann. Er hatte gegen den Zusammenschluss von Hochoetz und Kühtai protes­tiert. Damals ging es um den Erhalt der Feldringer Böden. „Die Ökologisierung des Tourismus ist ein Gebot der Stunde."

Es brauche verbindliche Ausbaugrenzen und eine klare Definition von Neuerschließungen im Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm. Letztere sieht allerdings einen Korridor für den Zusammenschluss der beiden Gletscher vor. Alpenverein, Naturfreunde und WWF warnen, dass für die Gletscher-Ehe 750.000 Kubikmeter Gestein, Erde und Eis gesprengt werden müssten. Ein ganzer Gipfel werde gesprengt, erklärt die „Allianz für die Seele der Alpen".

Wie berichtet, soll am 9. Dezember die mündliche Verhandlung der Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden. Für die Landesregierung ist die Gletscher-Ehe ein heißes Eisen. Die ÖVP ist für das 130-Millionen-Euro-Projekt, die Grünen hadern. Im Regierungsprogramm sei das Projekt außer Streit gestellt, betont LH Platter.

------------------------------------------------------------------------------------------

In den Aufsichtsgremien der landeseigenen und landesnahen Unternehmen beträgt der Frauenanteil aktuell 45 Prozent und ist damit so hoch wie noch nie. „Von den 93 Aufsichtsratssitzen werden 42 von Frauen und 51 von Männern besetzt", sagt Wirtschaftslandesrätin Pa­trizia Zoller-Frischauf. 2008 lag der Frauenanteil noch bei 15 Prozent. 2018 riefen Land und Wirtschaftskammer das Projekt „Womenomics" ins Leben, um den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten zu erhöhen. (aheu)