Letztes Update am Di, 05.11.2019 07:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TIROL

Gletscher-Ehe Pitztal-Ötztal: Projektwerber wehren sich

Die Sprengung des Gipfels des Linken Fernerkogel sei keineswegs geplant. Dies sei eine bewusste Falschmeldung, hieß es am Montag in der Aussendung der Pitztaler Gletscherbahnen und der Bergbahnen Sölden.

Der Gipfel des Linken Fernerkogel werde zu keinem Zeitpunkt von den Projektarbeiten für einen Zusammenschluss der Gletscherskigebiete berührt, hießen vonseiten der Projektbewerber.

© Vincent Sufiyan/WWFDer Gipfel des Linken Fernerkogel werde zu keinem Zeitpunkt von den Projektarbeiten für einen Zusammenschluss der Gletscherskigebiete berührt, hießen vonseiten der Projektbewerber.



Innsbruck – Die Projektanten des umstrittenen Skigebietszusammenschlusses von Ötztaler und Pitztaler Gletscher sahen sich gestern zu einer Richtigstellung genötigt. Sie werfen Medien wie Gegnern der „Gletscher-Ehe“ vor, mit „verzerrenden Bildmontagen und in die Irre führenden Informationen“ zu arbeiten. „Die Kampagne der Gegner von Pitztal-Ötztal setzt einen neuen Tiefpunkt“, hieß es deshalb gestern in einer Aussendung. Dass „der Gipfel des Linken Fernerkogels gesprengt“ werden solle – das sei „unrichtig und widerspricht schlichtweg den Tatsachen“.

Vielmehr bestätigen die Pitztaler Gletscherbahn und die Bergbahnen Sölden, dass sehr wohl um die Begradigung einer Gratspitze (36 Meter; 120.000 m³) im Nahbereich des Linken Fernerkogels in den Projektunterlagen angesucht worden sei. Wie berichtet, hatten Alpenverein, WWF und Naturfreunde damals erstmals öffentlich kundgemacht, dass vom östlichen Grat des Linken Fernerkogel 40 Höhenmeter und somit gut 120.000 Kubikmeter abgetragen werden sollen. Dieser Grat wurde als eine Art – unbenannter – Nebengipfel des Linken Fernerkogels bezeichnet. Indes erreichte die Online-Petition gegen das Projekt mehr als 52.000 Unterschriften.

Eine breite Tourismus-Debatte in Tirol wünschen sich die Liste Fritz und NEOS. „Tirol Werbung, Tourismusverbände, Seilbahnen, Hoteliers und der oberste Tourismuspolitiker, LH Günther Platter, müssen ein überarbeitetes Konzept für den Tourismus in Tirol vorlegen“, meint Liste-Fritz-Abgeordneter Markus Sint. Das sture Festhalten an Großveranstaltungen sei ein überkommenes Konzept. Sint ist gegen den Zusammenschluss der beiden Gletscher.

Ein eigenes Tourismus-Programm wollen NEOS im Dezember am pinken Parteitag vorlegen. Der Tiroler Tourismus brauche eine Kurskorrektur, so Klubobmann Dominik Oberhofer. (mami, aheu)