Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 06.11.2019


Tirol

Millionenverluste bei den TSD, Mitarbeiterzahl auf 170 reduziert

Die Tiroler Flüchtlingsgesellschaft TSD schrieb 2018 ein Minus von 3,6 Millionen Euro. Für Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) ist die Bilanz keine Überraschung.

Das Logo der Tiroler Soziale Dienste.

© TSDDas Logo der Tiroler Soziale Dienste.



Innsbruck – Die ohnehin in Diskussion stehende Tiroler Flüchtlingsgesellschaft (TSD) legte im Vorjahr das wirtschaftlich schlechteste Jahr seit ihrer Gründung 2015 hin. Der Verlust betrug 3,6 Mio. Euro. Durch die Auflösung von Rücklagen konnte er auf 1,25 Mio. Euro gedrückt werden. Das geht aus der jetzt vorliegenden Bilanz hervor. Zurückzuführen ist die wirtschaftlich angespannte Situation auf den deutlichen Rückgang von Asylwerbern um 1500. Zugleich fallen Mieten für nach wie vor 80 Unterkünfte und Personalkosten (12,3 Mio. Euro) für die damals noch 246 Beschäftigten ins Gewicht. Offene Refundierungen vom Bund könnten das Ergebnis noch verbessern.

Die Entwicklung bei den Asylwerbern setzt sich fort, 2200 sind derzeit in den TSD untergebracht. Es war aber einer der Hauptkritikpunkte an Ex-Geschäftsführer Harald Bachmeier, zu spät auf sinkende Asylwerberzahlen reagiert zu haben. Denn weniger Flüchtlinge bedeuten geringere Einnahmen aus der Grundversorgung. Bereits 2017 musste das Land Millionen zuschießen.

Für Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) ist die Bilanz keine Überraschung. „Wir wussten, dass es 2018 wirtschaftlich schwierig sein wird. Bewusst wollten wir bei den Mitarbeitern einen sozial verträglichen Weg einschlagen.“ Indessen wurde die Mitarbeiterzahl auf 170 reduziert. „Auch aus den langfristigen Mietverträgen versuchen wir Schritt für Schritt auszusteigen“, sagt Fischer. Bis zu 600 Notunterkünfte werde das Land aber weiter behalten. Gleichzeitig möchte man TSD-Wohnungen an anerkannte Flüchtlinge weitervermieten. Das soll sich positiv auf die Finanzen auswirken.

Was in den TSD dringend ansteht, ist jedoch ein neuer Sozialplan und eine Regelung für die Erschwerniszulage. Das kostet Geld, doch es bewegt sich in den Verhandlungen aktuell nur wenig. (pn)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.