Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.11.2019


Stadtforum

Vom Verkehr bis zu Bauprojekten: Schwazer sprechen Probleme an

Von zu viel Verkehr und Lärm bis hin zu Bauprojekten wurden beim Stadtforum in Schwaz von den Bürgern viele verschiedene Themen vorgebracht. Manche fanden Anklang bei der Stadtführung. Andere wurden übergangen.

Rund 240 Schwazer füllten beim Stadtforum den Silbersaal im SZentrum.

© FankhauserRund 240 Schwazer füllten beim Stadtforum den Silbersaal im SZentrum.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Beim Schwazer Stadtforum gab es viele Projekte, bei denen BM Hans Lintner gerne ausholte und berichtete. Es gab aber auch Projekte, die er schnellstmöglich abhakte – wie das geplante Parkhaus am Königfeld.

Rund 240 Schwazer waren zum Stadtforum ins SZentrum gekommen. Am Eingang empfing sie eine Ausstellung zur Studie 2040. Erste Entwürfe, Visionen und Gedanken der Studierenden der Uni Innsbruck wurden dort vorgestellt. Doch die Bürger waren nicht nur deswegen gekommen, sondern auch um zu sagen, wo sie der Schuh drückt.

„Von Richtung Stans oder Vomp kommt man abends mit dem Auto nicht nach Schwaz. Wie wäre es mit einer Unterführung bei Tyrolit?“, fragte ein Schwazer. Der Verkehr – vor allem zu den Stoßzeiten – habe massiv zugenommen und man stehe täglich im Stau. Laut BM Lintner bemühe man sich seit Jahren um eine Verkehrslösung beim Autobahnzubringer. „Eigentlich hätte nächstes Jahr der Baubeginn sein sollen. Aber es gab einen Fehler bei der Asfinag und nun muss um zwei Jahre verschoben werden“, sagte er. Stadtbaumeister-Stv. Wolfgang Moser: „Eine Unterführung bei Tyrolit kann keine Lösung sein. Das würde eine Zunahme des Verkehrs in diesem Bereich bedeuten.“ Denn entlang der Straße zur Ampel beim Krankenhaus stoße man ans Limit. Mehr gehe nicht.

Ein anderer Schwazer sieht die dortige Steinbrücke als Verkehrsproblem: „Was wird aus der alten Brücke?“ Laut BM Lintner schwanke man zwischen Denkmalschutz und Hochwasserschutz. Die Brücke sei erhaltenswert, fördere aber Verklausungen bei Hochwasser. Erst wenn der Wasserverband gegründet sei, werde man sich mit dem Schicksal der Brücke befassen.

Über viel Verkehr, aber vor allem Lärm beschwerte sich ein Zuhörer, der im Bereich der Hußlstraße wohnt. „Überall darf sonst nur ein 40er gefahren werden. Außer dort, weil es eine Landesstraße ist. Aber je schneller gefahren wird, desto lauter ist es auch“, sagte er. Der Lärm störe die Anwohner dort mehr als die zunehmende Zahl der Autos. Über zu viel Lärm beschwerte sich auch ein anderer, wenn es um die städtischen Laubbläser und Mäher geht. Aber auch Mopedfahrer, die abends ihre Runden drehen, sorgen für Unmut. BM Lintner versprach, die Themen anzugehen.

Eine sehr junge Schwazerin merkte an, dass sie sich mehr Sicherheit am Schulweg wünsche. „Da ist der Zebrastreifen weggekommen und die Autos bremsen da jetzt nicht mehr so ab“, sagte sie. Die Stadtpolizei versprach, vermehrt ein Auge auf diese Stelle zu haben.

Wieder einmal wurde auch der Vorwurf laut, dass ein ganzheitliches Verkehrskonzept in der Stadt fehle. Da sei nun aber ein Fachmann dran.

Zudem bemängelte Ortsbauernobmann Franz Geisler, dass die Stadt von innen nach außen verdichtet werden müsse, nicht umgekehrt. „Was nun aber mit dem Wohnbauprojekt im Ried passiert“, kritisierte er. Solche Projekte am Stadtrand würden auch für vermehrten Verkehr sorgen. Den Vorwurf, nicht im Stadtinneren zu verdichten, wies VBM Martin Wex zurück, das würden zahlreiche Projekte zeigen. Doch man müsse auch an anderen Punkten der Stadt Wohnbau ermöglichen.

Auch das Parkhaus am Königfeld wurde angesprochen. BM Lintner erklärte kurz, dass es ein Problem mit dem Parkraum in Schwaz gebe. Unterbrach dann aber für einen kurzen Film zur Studie 2040 und wollte danach nicht mehr aufs Parkhaus eingehen.