Letztes Update am Sa, 09.11.2019 07:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Nach Felssturz in Vals: Neue Straße vor Fertigstellung

Nach viermonatiger Bauzeit sind die neue Landesstraße sowie der erste Schutzdamm so gut wie fertig. Die Lawinenverbauung muss noch warten.

Die neue Landesstraße verläuft zum Schutz vor Steinschlag auf einem vier Meter hohen Damm und wurde nach Süden abgerückt. Nach nur viermonatiger Bauzeit wird die neue Verbindung am 15. November für den Verkehr freigegeben.

© Land TirolDie neue Landesstraße verläuft zum Schutz vor Steinschlag auf einem vier Meter hohen Damm und wurde nach Süden abgerückt. Nach nur viermonatiger Bauzeit wird die neue Verbindung am 15. November für den Verkehr freigegeben.



Von Denise Daum

Vals – „Highway“ nennen manche Einheimische die neue Straße in Vals. Tatsächlich wirkt die erhöhte, weg vom Hang gerückte Landesstraße recht luxuriös. Vor allem aber soll sie sicher sein. Sicherheit ist eines der höchsten Bedürfnisse der Menschen im Valsertal nach dem massiven Felssturz am Heiligen Abend 2017 – bei dem wie durch ein Wunder niemand verletzt wurde.

Die neue, 1,15 Millionen Euro teure Straße ist nicht der einzige Beitrag zu mehr Sicherheit. Zum einen wurden die bestehenden Schutznetze verstärkt, zum anderen steht der erste, 133 Meter lange und bis zu acht Meter hohe Steinschlagschutzdamm vor der Fertigstellung. Im Frühjahr 2020 wird mit der Realisierung des Steinschlagschutzdammes im Westen begonnen. Geplant ist zudem eine Stützverbauung im Anbruchgebiet der so genannten Ultenlawine. Ein mehrjähriges Vorhaben, wie Ivo Schreiner von der Wildbach- und Lawinenverbauung erklärt. Die Projektierung habe begonnen, im kommenden Jahr soll ein bewilligungsfähiges Projekt vorliegen. Der Gesamtkostenaufwand für die Maßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung im Tal beträgt 1,3 Millionen Euro.

Der Hang scheint indes zur Ruhe gekommen zu sein. Seit dem Felssturz, bei dem 130.000 Kubikmeter Gestein abgebrochen sind, wird das Gelände permanent überwacht. Wie das Monitoring zeigt, sind die Bewegungen unauffällig. „Es sind keine Veränderungen der Klüfte feststellbar“, erklärt Schreiner.

Bei einem Lokalaugenschein am Freitag erklärt Bürgermeister Klaus Ungerank, dass die Straße in der Rekordzeit von vier Monaten erbaut wurde. „Wir haben aufgrund von Einsprüchen gegen das Projekt viel Zeit verloren“, verweist Ungerank auf den verzögerten Baubeginn.